17. Videonale in Bonn: Gebrochene Wirklichkeiten

Zwei Videokunstwerke der 17. Videonale im Kunstmuseum Bonn.

17. Videonale in Bonn: Gebrochene Wirklichkeiten

Von Ditmar Doerner

  • Werke bis zum 14. April im Kunstmuseum Bonn zu sehen
  • Über 1.100 Einsendungen von Videokünstlern aus 66 Ländern
  • Führungen insbesondere für Jugendliche und Kinder

Zum 17. Mal hat am Mittwochabend (20.02.2019) in Bonn die Videonale begonnen. Das Festival für Videos und Installationen steht in diesem Jahr unter dem Motto "Refracted Realities" – Gebrochene Wirklichkeiten.

Beworben hatten sich Videokünstler aus aller Welt. Die Jury entschied sich aus den insgesamt mehr als 1.100 Einsendungen aus 66 Ländern für 29 künstlerische Werke, die fragen: Wie viele Facetten haben Wirklichkeit und Wahrnehmung?

Videonale: Wein, Snacks und Videokunst

WDR 5 Scala - aktuelle Kultur 20.02.2019 05:31 Min. WDR 5 Von Andrej Klahn

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Installationen sind bunt und grell, verstörend und düster

Es ist eine Ausstellung, die mit den Sehgewohnheiten bricht. Die Bilder der Installationen wechseln mal im Sekundentakt, mal sind sie ungewohnt lange zu sehen. Genau so sei es gewollt, sagt der Intendant des Kunstmuseums, Stefan Berg: "Jedes Bild, schon das gemalte, fotografierte, erst recht das gefilmte, ist eine bestimmte Verzerrung oder eine Interpretation von Wirklichkeit".

Ausstellung provoziert und stellt Fragen

Die 29 ausgestellten Wirklichkeiten im Kunstmuseum Bonn fesseln: Spurensuche an Orten der NSU-Morde, marschierende Soldaten im Westjordanland, der Triumph eines Marathonläufers als Sieger einer unterdrückten Minderheit in Afrika. Dazu begleitende Musik und Stimmen aus dem Off, die das Erlebte noch greifbarer und authentischer machen.

International bekannte Videokünstler wie Tobias Zielony, Stefan Panhans und Clemens von Wedemeyer, aber auch weniger bekannte Künstler stellen mit ihren Videos und Installationen Fragen, verzerren und interpretieren die dargestellte Wirklichkeit.

Besonders jüngere Besucher sollen erreicht werden

Die Ausstellung bietet auch Führungen an, die besonders für Kinder und Jugendliche geeignet sind, denn bei ihnen werden die Inhalte der Werke die meisten Fragezeichen hinterlassen. Aber es sei wichtig, so Intendant Stefan Berg, dass auch jüngere Besucher zur Videonale kommen.

Die 29 Werke der Videonale.17 werden noch bis Mitte April im Kunstmuseum zu sehen sein.

Stand: 20.02.2019, 20:00