Düsseldorfs OB Geisel zu Kritik an Video mit Rapper Farid Bang

Bild: OB Thomas Geisel und Rapper Farid Bang

Düsseldorfs OB Geisel zu Kritik an Video mit Rapper Farid Bang

  • OB Geisel: Bang eine "ausgesprochen kontroverse Figur"
  • Neues Video von Düsseldorfs OB Geisel mit Rapper umstritten
  • Farid Bang soll Jugendliche zu mehr Coronaschutz animieren

Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel hat sich am Mittwoch (22.07.2020) zu einem Video mit dem umstrittenen Rapper Farid Bang geäußert.

Farid Bang eine "ausgesprochen kontroverse Figur"

Er wisse, dass Bang eine "ausgesprochen kontroverse Figur" sei, so Geisel. "Ich halte manches, was er gemacht hat, für widerwärtig", hieß es weiter. Der Musiker habe aber seine früheren Texte bereut.

OB Geisel: O-Ton zu Video mit Farid Bang

00:46 Min. Verfügbar bis 22.07.2021

Auf die geplante Veröffentlichung eines gemeinsamen Videos verzichtete Geisel allerdings. Stattdessen veröffentlichte die Stadt ein Video, in dem Farid Bang die Zuschauer alleine anspricht.

Video soll Jugendliche zu mehr Coronaschutz animieren

Die Aktion mit Farid Bang hat für große Diskussionen gesorgt. Geisel hat das Video mit dem Düsseldorfer Rapper drehen lassen, um junge Leute zu erreichen. Viele junge Menschen waren in den vergangenen Wochen zum Beispiel in der Altstadt immer wieder aufgefallen, weil sie sich nicht an Corona-Schutzmaßnahmen halten – also keinen Abstand halten und keine Maske tragen.

Laut Geisel seien das überwiegend junge Männer und vor allem Männer mit Migrationshintergrund gewesen. Farid Bang soll sie animieren, die Regeln zu respektieren.

Bang wegen antisemitischer Texte umstritten

Der Düsseldorfer Rapper ist in der Vergangenheit regelmäßig durch antisemitische, frauenfeindliche und gewaltverherrlichende Texte negativ aufgefallen. Im Jahr 2018 hatte er gemeinsam mit Musiker Kollegah für einen Skandal gesorgt, der schließlich zur Abschaffung des Musikpreises Echo führte.

Beide Rapper waren wegen Volksverhetzung angezeigt worden, weil ihr Musikalbum unter anderem die Textzeilen "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" und "Mache wieder mal 'nen Holocaust, komm' an mit dem Molotow" enthält.

Jüdische Gemeinde dementiert Absprache

Für Irritationen hatte die Aussage eines Stadtsprechers gesorgt, die Stadt habe die Zusammenarbeit mit dem Rapper vorher mit der jüdischen Gemeinde abgesprochen. Die Gemeinde dementierte das. Thomas Geisel teilte daraufhin mit, es habe sich um ein Missverständnis gehandelt. 

"Fatales Zeichen an das jüdische Leben"

Die NRW-Antisemitismusbeauftragte Sabine Leutheusser-Schnarrenberger übt scharfe Kritik an dem Video. Die Aktion sei ein Affront gegen alle, die sich für eine offene und tolerante Gesellschaft einsetzten.

"Die Vorbildfunktion eines Musikers wie Farid Bang muss hinterfragt und diskutiert werden, wenn er Antisemitismus propagiert und zudem immer wieder auch mit gewaltverherrlichenden und frauenfeindlichen Texten provoziert", so Leutheusser-Schnarrenberger. "Für das, was Farid Bang vertritt, ist kein Platz im öffentlichen und demokratischen Leben in Nordrhein-Westfalen! Und ein fatales Zeichen an das jüdische Leben in unserem Land!"

Die Düsseldorfer CDU reagiert ebenfalls auf das umstrittene Video und will eine Sondersitzung des Rats beantragen. Ähnlich äußerten sich auch FDP und Grüne.

Zwischenruf: Aufklärung 2020 mit Farid Bang

WDR 3 Mosaik 23.07.2020 03:48 Min. Verfügbar bis 23.07.2021 WDR 3 Von Ulrich Hufen

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Corona: "Studien so schnell wie möglich vorantreiben"

WDR 5 Morgenecho - Interview 15.05.2020 05:40 Min. Verfügbar bis 15.05.2021 WDR 5

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Stand: 23.07.2020, 12:29