Getöteter Mitarbeiter der Stadt Köln: Staatsanwaltschaft prüft eigene Fehler

Schild der Staatsanwaltschaft Köln

Getöteter Mitarbeiter der Stadt Köln: Staatsanwaltschaft prüft eigene Fehler

  • Getöteter städtischer Mitarbeiter: Staatsanwaltschaft ermittelt intern
  • Hätte der mutmaßliche Täter in der Psychiatrie bleiben müssen?
  • Mehrere gewalttätige Übergriffe auf Pflegepersonal

Im Fall des getöteten Mitarbeiters der Stadt Köln prüft die Staatsanwaltschaft Köln nun mögliche eigene Versäumnisse. Das geht aus einem Bericht des Rechtsauschusses im NRW-Landtag hervor. Demnach geht es um die Frage, ob der mutmaßliche Täter nicht in einer geschlossenen Psychiatrie hätte bleiben müssen.

Viele Menschen sitzen vor der großen Bühne, auf der eine Trauerfeier stattfindet

Laut Bericht war der mutmaßliche Täter öfter als bislang bekannt gewalttätig aufgefallen. Im März 2019 hatte er zwei Bedienstete der Stadt Köln mit einem Schraubenzieher angegriffen und dabei eine Mitarbeiterin verletzt.

Auch Übergriffe in der Psychiatrie dokumentiert

Neu ist nun, dass er bei dem darauf folgenden Aufenthalt in der Psychiatrie auf zwei Pfleger losgegangen und mit einem Messer nach einer Pflegerin gestochen haben soll. Mitarbeiter der LVR-Klinik in Köln hatten daraufhin die weitere Unterbringung des Mannes angeregt. Der zuständige Staatsanwalt beauftragte einen Gutachter. Dieser antwortete aber nicht und das Verfahren verlief im Sande. Der spätere mutmaßliche Täter war zu diesem Zeitpunkt längst wieder aus der Klinik entlassen.

Im Dezember vergangenen Jahres hatte der Mann einen 47-jährigen Vollstreckungsbeamten der Stadt Köln angegriffen und erstochen. Der Mann hatte eine Geldforderung der Stadt Köln eintreiben sollen. Offenbar war das spätere Opfer mit einer Kollegin zu dem 60-Jährigen aufgebrochen, dann war er von dem psychisch kranken Mann ohne Vorwarnung angegriffen worden.

Riesiger Andrang bei Beerdigung

Am Montagmittag (13.01.2020) ist auf einer Gedenkfeier im Bürgerzentrum in Köln-Nippes des getöteten Vollstreckungsbeamten der Stadt Köln gedacht worden. Der Andrang war so groß, dass viele Trauernde keinen Platz mehr im Bürgerzentrum fanden. Im Anschluss an die Veranstaltung fand die Urnenbeisetzung statt.

Getöteter Mitarbeiter der Stadt Köln: Staatsanwaltschaft prüft eigene Fehler Aktuelle Stunde 14.01.2020 UT Verfügbar bis 21.01.2020 WDR Von Jochen Hilgers, Markus Schmitz

Stand: 14.01.2020, 11:19