Demo in Düsseldorf: Veranstalter kritisieren Polizei

Polizeibeamt schirmen Demonstranten ab

Demo in Düsseldorf: Veranstalter kritisieren Polizei

Es sei ein übermäßig harter Polizeieinsatz gewesen - sagen einige Teilnehmer der Demonstration gegen das neue Versammlungsgesetz. Sie sprechen von Einkesselung und Gewalt.

Etwa 3.000 Menschen hatten am Samstag in Düsseldorf gegen das geplante Versammlungsgesetz demonstriert. Die Teilnehmer kamen aus ganz unterschiedlichen Gruppierungen: Gewerkschaften, Antifa, verschiedene Aktionsbündnisse - aber auch Fußballfans aus Köln und Düsseldorf waren dabei.

Bei der Demonstration ging es teilweise recht heftig zur Sache. Die Polizei griff vor allem beim Block der Antifa ein: wegen Pyrotechnik und Verstößen gegen das Vermummungsverbot. Bei den Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten hatten die Beamten Reizgas und Schlagstöcke eingesetzt.

Demonstranten stundenlang eingekesselt

Nach Angaben der Demonstranten habe die Polizei die Teilnehmer am Wochenende unter anderem stundenlang eingekesselt. "Fast vier Stunden mussten wir da ausharren. Uns wurde überhaupt nicht gewährt, dass wir Zugang zu Wasser oder zu Toiletten haben", sagt Gizem Kockaya vom Bündnis gegen das Versammlungsgesetz.

In dem Polizeikessel mussten die Demonstranten demnach offenbar einen Gulli als Toilette benutzen.

Polizei erklärt hartes Durchgreifen

Teilnehmer und Veranstalter beklagen den übermäßig harten Polizeieinsatz

Teilnehmer und Veranstalter beklagen den übermäßig harten Polizeieinsatz

Auch Demonstrant Markus Lamprecht beschreibt das Durchgreifen der Polizei als übermäßig hart. "Die Beamten haben sehr sehr früh und eigentlich ohne erkennbaren Anlass angefangen, eine sehr eskalative Strategie zu fahren." Auch habe sich die Polizei frühzeitig Helme aufgesetzt, was die teilnehmenden Demonstranten als auffällig "aggressiven Akt" wahrgenommen haben, so Lamprecht.

Die Polizei hatte das harte Durchgreifen kurz nach der Demonstration damit erklärt, dass Polizisten mehrfach von Demo-Teilnehmern attackiert worden seien. Insgesamt gab es mehrere Strafanzeigen, etwa 300 Personen wurden festgesetzt.

Journalist mit Schlagstock verletzt

Verletzt wurde bei der Demonstration auch ein Fotojournalist der Deutschen Presse-Agentur. Er berichtet, von einem Polizisten mehrmals mit einem Schlagstock geschlagen worden zu sein. Zunächst war von einem "Angriff" die Rede. Nach WDR-Informationen spricht ein betroffener Journalist der Deutschen Presse Agentur selbst aber nicht von einem Angriff. Er sei zwischen die Fronten geraten und dann mit einem Schlagstock "aus dem Weg geräumt" worden. Die Polizei hat Strafanzeige gegen einen Beamten gestellt, um den Vorfall aufzuklären.

Opposition beantragt Aktuelle Stunde im Landtag

SPD und Grüne im NRW-Landtag planen eine Aktuelle Stunde, in der die Demo gegen das geplante Versammlungsgesetz aufgearbeitet werden soll. Von der Polizei gibt es am Montag keinen Kommentar. Man wolle der Aktuellen Stunde nicht vorgreifen.

Stand: 28.06.2021, 16:45

Kommentare zum Thema

9 Kommentare

  • 9 Goldig 29.06.2021, 17:43 Uhr

    Gold im Wert von EUR 1,6 Milliarden!!! sollen türkischstämmige Goldhändler und Juweliere aus Deutschland in der Hauptsache in die Türkei geschleust haben. Hauptsächlich soll es sich um Gewinne aus kriminellen Geschäften gehandelt haben. Wäre nicht schlecht, wenn der WDR seine Milliarden GEZ-Gebühr mal für solche investigative Ermittlungen einsetzt, statt hier den 35. Artikel über die angeblich böse-böse Prügel-Polizei online zu stellen.

  • 8 Feuervogel 28.06.2021, 18:31 Uhr

    leider greift die Polizei nicht hart genung gegen diese Leute durch, sie treiben die Coronazahlen hoch und alle anderen müssen dann damit leben.

    Antworten (1)
    • Brumbär 28.06.2021, 23:11 Uhr

      Aus diesem Grund ist das Argument der Polizei, dass Demonstranten sich mit medizinischen Masken vermummt haben einfach nur als Lächerlichkeit zu werten. Die Abstände wurden durch die polizlichen Maßnahmen, wie die Spalier-Begleitung, zusätzlich verringert. Zudem wurden die Teilnehmer vorher von den Organisatoren aufgefordert, sich testen zu lassen. Dies sollte in meine Augen viel mehr hinterfragt werden, als die Inanspruchnahme eines in Deutschland abgesicherten Grundrechts auf Versammlungsfreiheit.

  • 7 LichtUNDSchatten 28.06.2021, 17:56 Uhr

    Licht und Schatten: Dass die Demonstranten 4 Stunden lang festgehalten wurde, finde ich nicht in Ordnung. Nicht in Ordnung finde ich allerdings auch, dass bestimmte links-grüne Minderheiten meinen, dass für sie Ausnahmeregeln (Vermummungsverbot, Corona-Regeln) gelten, nur weil sie für eine "gute" Sache demonstrieren. Also die Corona-Leugner (zu Recht) wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln aufgelöst oder festgenommen worden sind, war die Antifa auch voller Schadenfreude. Die Sache mit dem Journalisten finde ich wirklich "jämmerlich": Da wirft er sich zwischen die Fronten um gute Action-Fotos zu bekommen und dann jammert er, weil er -ohne Absicht- von der Polizei was abbekommt.

  • 6 Fred 28.06.2021, 17:53 Uhr

    Jeder der sich jetzt beschwert, sollt sich mal selbst in die erste Reihe der Polizei stellen und sich anpöbeln, anrempeln, mit Steinen und Flaschen bewerfen lassen. Wenn er dann noch freundlich und höflich ist, dann,ja dann kann er sich ein Urteil erlauben. Nicht jeder Demonstrant ist friedlich. leider, da muss die Polizei durch-greifen und sich hinterher von den Besserwissern Massregeln lassen. Es wird Zeit dass wir Bürger mal hinter unserer Polizei stehen. Wenn man die Angriffe auf Hilfsdienste, Feuerwehr und Notärzte sieht, frag man sich in welcher Gesellschaft leben wir eigentlich. Und ja, ein Sensationsfotograf hat was abbekommen, das ist Berufsrisiko, da sollt man nicht jammern.

    Antworten (2)
    • Mich@ 28.06.2021, 19:22 Uhr

      Flaschen , Steine? Die angeblichen Angriffe durch Demonstranten konnten trotz extremer Videoüberwachung seitens der Polizei nicht belegt werden. Selbstverständlich sind Angriffe auf die Polizei gänzlich zu verurteilen Unverhältnismäßige Übergriffe durch die Polizei auf protestierende Jugendliche aber eben auch. Die Augen vor Polizeigewalt zu verschließen macht die Sache nicht besser. Auch ein Lehrer kann einen Schüler nicht Angreifen wenn dieser Rumpöbelt oder bedroht. Eine differenzierte Sichweise wäre da wünschenswert

    • Beobachter 28.06.2021, 23:14 Uhr

      Erstaunlich ist jedoch, dass bei dieser so "aggressiven Demonstrantion" und bei den "mehreren Angriffen auf Polizisten" zum Glück keine verletzten Beamten zu beklagen gab... Der Sanitätsdienst jedoch ca. 100 verletzte Demonstranten behandeln musste. Allein dieses Verhältnis sollte ausschlaggebend sein, das Auftreten der Polizei kritisch zu hinterfragen. Ein Polizeibeamter hat zudem über „Beleidigungen im Dienst“ zu stehen, sofern sie nicht persönlich sind. Falls die Person dieser Aufgabe nicht gewachsen ist und mit Gewalt antwortet, sollte sie ihre Berufswahl nochmal überdenken.

  • 5 Anonym 28.06.2021, 17:45 Uhr

    Es zeichnet sich ab in welcher Richtung der Staat tendiert.

    Antworten (1)
    • Stan-und-Ollie 28.06.2021, 22:46 Uhr

      In Ihre Richtung wohl nicht. Sie haben auch keine angegeben.

  • 4 Andre 28.06.2021, 17:35 Uhr

    Im Polizeistaat aufzuwachen hat sich erledigt. Wir sind längst im Polizeistaat angekommen. Immer mehr "Befugnisse" für die Polizei, immer weniger Schutz der Bevölkerung vor der Polizei. Ein Schelm der böses dabei denkt....

    Antworten (1)
    • Stan-und-Ollie 28.06.2021, 22:44 Uhr

      Ein einfacher Blick in die Grundrechtsartikel des Grundgesetz widerlegt ihre seltsamen Ansichten über einen angeblichen Polizeistaat. Hätten wir einen Polizeistaat, hätten Sie nicht das Recht, friedlich zu demonstrieren.

  • 3 Dieter F. 28.06.2021, 17:06 Uhr

    Leider haben die Veranstalter heute gelogen. Helme wurden aufgezogen weil Gegenstände aus dem Antifablock auf der Oberkassler Brücke auf die Polizisten geworfen wurde u mehrfach rauchtöpfe gezündet wurden. Vermummungen wurde nach mindestens 3 Gespräche über den versammlungsleiter nicht abgelegt. Beamte wurden Links aus der Anonymität des mit bannern verdeckten Antifablock am Ende der Oberkassler Brücke angegriffen. In der Festsetzung gab es Wasser durch die Polizei. Und sogar Eis, Brötchen und ähnliches wurde, nachdem es von außen angereicht und geprüft wurde, durch Polizisten an die linke Antifa übergeben. Und das obwohl die Beamten durch die Antifa seit Demo Beginn durchgehend beleidigt wurden. Seit Samstag weiß ich wieder, warum ich damals doch nicht zur Polizei gegangen bin. Kein Plan, wie die das aushalten und jetzt noch sowas hier von den Veranstaltern kommt...

  • 2 Stan-und-Ollie 28.06.2021, 16:19 Uhr

    Wer sich nicht an die Regeln des Versammlungsgesetzes und der Corona-Schutzverordnung hält, deswegen von der Polizei zur Rechenschaft gezogen wird, sollte nicht so unverschämt sein und sich darüber beschweren. In was für einem leben wir denn? In den achtziger Jahren hat die Polizei Demonstranten einen ganzen Tag an Ort und Stelle festgesetzt. Und ihr beschwert euch über vier Stunden!

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    • Mich@ 28.06.2021, 17:23 Uhr

      Mit Verlaub Zur Rechenschaft zieht in diesem Land ausschließlich ein Gericht jemanden. Das tragen eines durch die Coranaschutzverordnung bestimmten Mund- Naseschutz wurde aber als Vermummung gewertet, sie haben also Recht eine Unverschämtheit. In den 80igern sie wissen es sind mehrere Einsatzleiter für ihr zu hartes Durchgreifen bestraft worden. Offensichtlich gilt ihre Einschätzung jedoch nicht für Querdenker und Neonazis. Und wir beschweren uns ? Tja dat is Demokratie

    • Stan-und-Ollie 28.06.2021, 22:53 Uhr

      Ihre Aussage entspricht nicht der Rechtslage. Die Exekutive in einem Rechtsstaat - und dazu gehört die Polizei - zieht den Bürger im Rahmen der Gefahrenabwehr zur Rechenschaft. Dagegen sind Rechtsmittel vor den Gerichten möglich. Dort wird das rechtmäßige Verhalten der Demonstranten und das rechtmäßige Handeln der Polizei überprüft! Das nennt sich Rechtsstaat.

  • 1 Mich@ 28.06.2021, 15:55 Uhr

    Exemplarisch hat die Polizei am Samstag unter Beweis gestellt was wir uns unter Polizeigewalt genau vorzustellen haben. Mund - Nasenschutz ist ist unter Pandemiebedingungen also ein so relevantes Vergehen das es durch die Knüppelfrei Mentalität zu rechtfertigen ist. Der Einsatz von Reizgas gilt als letztes Mittel vor Einsatz der Schusswaffe so die Vereinigung kritischer Polizisten. Etwa 300 Menschen über mehrere Stunden einzukesseln in der Pandemie bewerte ich als vorsätzliche Nötigung und Körperverletzung. Teile der Polizei lieber Herr Reul scheinen außer Kontrolle geraten zu sein. Warum es immer bei linksalternativen Veranstaltungen und nicht denen der Querdenker oder Naziaufmärschen eskaliert ist jetzt wohl wirklich jedem klar