30-Jährige beißt Bonner Polizistin ins Knie: Verfahren eingestellt

30-Jährige beißt Bonner Polizistin ins Knie: Verfahren eingestellt

Von Ulrike Schödel

  • 30-Jährige biss Polizistin bei Festnahme wegen Atemnot ins Knie
  • Verhalten der Polizei sei unverhältnismäßig gewesen
  • Verfahren gegen Geldauflage von 300 Euro eingestellt

Vor dem Bonner Amtsgericht ist am Donnerstag (31.10.2019) das Verfahren gegen eine 30-jährige Frau eingestellt worden, die im September 2019 unerlaubt einen Tatort betreten und sich dann gegen ihre Festnahme gewehrt hatte.

Angeklagte ignorierte Tatort-Absperrung mehrfach

Die Frau hatte eine Tatort-Absperrung an der Bonner U-Bahn-Haltestelle Universität/Markt ignoriert. Nachdem sie ein zweites Mal das Flatterband überschritten hatte, brachten Polizeibeamte sie zu Boden fixierten sie dort. Eine 31-jährige Polizeibeamtin stellte sich hierzu auf ihre Schulter.

Aus Angst, keine Luft mehr zu bekommen, biss die Asthmatikerin der Polizeibeamtin ins Knie. Daraufhin war sie mit Pfefferspray außer Gefecht gesetzt und ins Präsidium gebracht worden.

Angeklagte spricht von Missverständnis

Die Angeklagte hatte im Prozess erklärt, dass sie das Flatterband nicht als Absperrung eines Tatorts wahrgenommen habe. Bei der ersten Aufforderung der Polizeibeamten, die wegen eines versuchten Tötungsdeliktes im Einsatz waren, sei sie auch wieder hinter die Absperrung zurückgegangen.

Dann aber habe sie gesehen, wie ein Mann unter dem Absperrband hindurch ging und dabei gewaltsam von den Polizisten aufgehalten wurde. Die 30 Jahre alte Frau habe intervenieren wollen, woraufhin sie selbst zu Boden gebracht wurde.

Verfahren wegen Unverhältnismäßigkeit eingestellt

Das Verfahren wurde schließlich aufgrund der Unverhältnismäßigkeit des Polizeieinsatzes eingestellt. Für ihr Fehlverhalten muss die Angeklagte jedoch eine Geldauflage über 300 Euro an Amnesty International zahlen. 

Stand: 31.10.2019, 16:52