Verdächtiger nach Säureangriff auf Innogy-Manager frei

Säureanschlag auf Topmanager Bernhard Günther: Mutmaßlicher Täter verhaftet Aktuelle Stunde 24.10.2019 01:35 Min. Verfügbar bis 24.10.2020 WDR Von Rüdiger Knössl

Verdächtiger nach Säureangriff auf Innogy-Manager frei

  • Verdächtiger nicht mehr dringend tatverdächtig
  • Ermittlungen gehen weiter
  • Innogy-Manager im März 2018 durch Säure schwer verletzt

Der nach dem Säureanschlag auf Innogy-Vorstand Bernhard Günther festgenommene Verdächtige kommt auf freien Fuß. Das Wuppertaler Landgericht hat am Freitag (29.11.2019) den Haftbefehl gegen den 32-Jährigen aufgehoben. Er sei nicht zweifelsfrei identifiziert worden. Das Gericht kritisierte, dass Günther von einer privaten Sicherheitsfirma Fotos eines einzigen Mannes als mutmaßlichen Täter vorgelegt worden seien. Dadurch sei das Opfer als Zeuge beeinflusst worden und möglicherweise voreingenommen. Dennoch habe er den Verdächtigen bei der Polizei nicht sicher identifizieren können.

Vor gut einem Monat war der Verdächtige am Rande eines Ringerturniers in Köln festgenommen worden. Nach den derzeitigen Erkenntnissen ist der Beschuldigte nicht mehr dringend tatverdächtig und werde nun aus der Untersuchungshaft entlassen.

Die Staatsanwaltschaft Wuppertal hat sich noch nicht entschieden, ob sie gegen die Freilassung vorgeht: Man werde dies prüfen und gegebenenfalls Beschwerde beim Oberlandesgericht einlegen, sagte eine Sprecherin.

Innogy-Manager über Freilassung infomiert

Bernhard Günther sei am Freitagmittag über den Beschluss des Landgerichts Wuppertal informiert worden, sagte der Sprecher des Managers der Deutschen Presse-Agentur. Der Innogy-Finanzchef war am 4. März 2018 – einem Sonntag – nach dem Joggen mit Freunden in der Nähe seines Wohnhauses überfallen worden. Zwei Männer warfen ihn zu Boden und übergossen ihn mit Säure.

Ermittlungen gehen weiter

Was hinter dem Säureanschlag steckt und wie viele Verdächtige es gibt, wollten die Ermittler aus taktischen Gründen nicht verraten. Trotz der jetzigen Freilassung ermittelt sie weiter. Es gehe allerdings nicht mehr um den Tatvorwurf des versuchten Mordes, sondern um schwere Körperverletzung, so die Ermittler. Eine Sprecherin der Wuppertaler Staatsanwaltschaft sagte dem WDR im Oktober nach der Festnahme des nun entlassenen Verdächtigen: "Ziel des Anschlags war es, ihn zu verletzen, nicht zu töten".

Stand: 29.11.2019, 17:58

Weitere Themen