Bergische Werkzeugindustrie reagiert auf US-Strafzölle

verschiedene Zangen

Bergische Werkzeugindustrie reagiert auf US-Strafzölle

  • Zölle von 25 Prozent auf viele Werkzeuge beschlossen
  • hohe Exportquote bergischer Betriebe
  • Unternehmen wollen auf Gewinnmargen verzichten

Die Welthandelsorganisation (WTO) hat am Montag (14.10.2019) Strafzölle auf einige Produkten aus Deutschland und der EU beschlossen. Sie sollen am Freitag (18.10.2019) in Kraft treten. Die Produkte werden demnach beim Export in die USA mit einem Aufschlag von 25 Prozent belegt. Darunter sind viele Werkzeuge. Für die Werkzeugfirmen im Bergischen Land könnte das dramatische Folgen haben.

Kernregion des deutschen Werkzeugbaus

Das Bergische Land gilt als Kernregion des Werkzeugbaus. Fast drei Viertel aller Firmen, die in Deutschland Werkzeuge produzieren, haben ihren Sitz in Wuppertal, Remscheid und Solingen. In den Betrieben arbeiten etwa 6.000 Beschäftigte. Jahresumsatz insgesamt: etwas mehr als eine Milliarde Euro.

Die Strafzölle könnten einen wirtschaftlichen Niedergang zur Folge haben, fürchtet der Fachverband der Deutschen Werkzeugindustrie in Remscheid.

Fachverband kritisiert Auswahl der betroffenen Produkte

Unter den vom Strafzoll bedrohten Waren sind Äxte, Zangen, Blechscheren und Schraubendreher. Einige Betriebe bieten ein umfangreiches Sortiment, und längst nicht für alle Produkte soll der 25-Prozent-Aufschlag gelten.

"Wer aber ausschließlich Schraubendreher und Zangen produziert, der wird unter Druck geraten", sagt der Geschäftsführer des Verbands, Stefan Horst.

Er kritisiert die "willkürliche Auswahl", die die amerikanische Regierung bei ihren Strafzöllen getroffen habe. Anwälte sollen jetzt einen Einspruch prüfen. Auch das NRW-Wirtschaftsministerium hat die Ankündigung, so wörtlich, "mit großer Sorge zur Kenntnis genommen". Weiter: "Ein aufkommender Handelsstreit mit den USA ist nicht im Interesse unserer Wirtschaft und unseres Landes".

Firmen wollen um Kunden in den USA kämpfen

Zangen

Werkzeug aus dem Bergischen

Einige Firmen haben schon reagiert: Hazet aus Remscheid zum Beispiel. Auch im Portfolio des renommierten Herstellers finden sich Produkte, die von den Strafzöllen betroffen sind. "Wir verzichten jetzt auf Gewinnmargen bei diesen Werkzeugen", sagt Marketingleiter Carsten Scholz.

"Im Fokus steht für uns dabei, dass wir den Markt verteidigen wollen und dass es einfacher ist, temporär dazu zu stehen, als nachher die Kunden wiedergewinnen zu müssen."

Wohlstand ade? Exportnation Deutschland in der Krise Planet Wissen 13.09.2019 59:07 Min. Verfügbar bis 13.09.2024 SWR

EU-Reaktion auf Strafzölle: Was steckt hinter dem Handelsstreit?

WDR 5 Profit - aktuell 04.10.2019 04:41 Min. Verfügbar bis 03.10.2020 WDR 5

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Stand: 14.10.2019, 20:48

Kommentare zum Thema

1 Kommentar

  • 1 mistake 14.10.2019, 16:54 Uhr

    Ich hoffe inständig, dass die Firma Hazet Werkzeuge besser herstellen als Prozentrechnen können...

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