Zwei Jahre Haft für versuchte Kindesentführung

Eingang zum Landgericht in Wuppertal

Zwei Jahre Haft für versuchte Kindesentführung

  • Zehnjährigen ins Auto gelockt
  • Nach Unfall freigelassen
  • Im Internet über Entführung und Missbrauch erkundigt

Das Wuppertaler Landgericht hat einen 22-jährigen Mann zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt - und zwar wegen Freiheitsberaubung und der versuchten Entführung Minderjähriger. Der Angeklagte hatte im Februar in Velbert einen zehnjährigen Jungen in sein Auto gelockt.

Der Mann hatte den Jungen auf dem Schulweg angesprochen. Mit dem Ziel, so die Richter, seine Fantasien auszuleben und den Grundschüler sexuell zu mißbrauchen. Als er sich bei einem Wendemanöver mit dem Auto festgefahren hatte, ließ er den Jungen aussteigen.

Angeklagter bestreitet böse Absicht

Der Angeklagte bestritt bis zuletzt eine böse Absicht. Er habe den Jungen nur zur Schule mitnehmen wollen und sich dabei verfahren. Das sahen die Richter anders. Schließlich hatte sich der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft zuvor intensiv im Internet mit Entführung und Missbrauch von Kindern beschäftigt. Für ihn habe aber gesprochen, dass er den Jungen freiwillig habe gehen lassen. Die Staatsanwältin hatte zweieinhalb Jahre Haft beantragt, die Verteidiger Freispruch.

Stand: 25.11.2019, 16:56

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