Säuglingstod: Aachener Landgericht verurteilt Vater zu sieben Jahren Haft

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand

Säuglingstod: Aachener Landgericht verurteilt Vater zu sieben Jahren Haft

  • Sieben Jahre Haft für Vater
  • Junge starb an einem Schädelbruch
  • Frage war: Gewalttat oder doch ein Unfall?

Im Prozess um den Tod eines Säuglings hat das Landgericht Aachen den angeklagten Vater zu sieben Jahren Haft verurteilt – wegen fahrlässiger Tötung und versuchten Mordes durch Unterlassung.

Am letzten Prozesstag vor der Urteilsverkündung hatte der Staatsanwalt für den Angeklagten zwölf Jahre wegen Totschlags gefordert. Danach hatte es laute Proteste gegeben. Sie stammten von der Mutter des verstorbenen Säuglings und deren Familie, die von der Unschuld des 37-Jährigen überzeugt sind. Der hatte die Tat vehement bestritten, er habe dem "Kleinen" nie etwas antun können.

Aus Überforderung Sohn geschlagen?

Möglicherweise habe der Vater aus Überforderung die Kontrolle verloren, hatte der Staatsanwalt gesagt. Der 37-Jährige war damals mit dem kranken Jungen allein. Auf einem Video, dass er seiner Lebensgefährtin geschickt hatte, ist zu sehen ist, wie das Kind unkontrolliert den Kopf bewegt und Schnappatmung hat. Als später der Notarzt kam, war der Junge schon tot.

Aachener Landgericht verurteilt Vater zu sieben Jahren Haft

WDR Studios NRW 02.12.2019 00:53 Min. Verfügbar bis 09.12.2019 WDR Online

Schädelbruch durch tragischen Sturz?

Die Verteidigung hatte einen Freispruch für den Vater gefordert. Der Säugling könnte den Schädelbruch auch durch einen Sturz aus geringer Höhe erlitten haben. Auch zwei Gutachter hielten das für möglich.

"Totalversagen" des Vaters

Die Vorsitzende Richterin sagte heute, ein Sturz sei tatsächlich die naheliegendste Erklärung, dann habe der überforderte Vater das Kind aber sterben lassen, ohne rechtzeitig Hilfe zu rufen. Es sei das "Totalversagen" eines Mannes, der sein Kind geliebt habe.

Stand: 02.12.2019, 14:29