Sechs Jahre Haft für Raser-Unfall

Zwei zerstörte Fahrzeuge und zahlreiche Helfer am Unfallschauplatz

Sechs Jahre Haft für Raser-Unfall

  • Mit Tempo 135 in stehenden BMW gerast
  • Ein Toter, mehrere Verletzte in Alsdorf
  • Angeklagter hatte Autorennen nachgestellt
  • Haftstrafe für 46-Jährigen

Im Prozess um einen schweren Auffahrunfall bei Alsdorf mit einem Toten und drei Verletzten hat das Landgericht Aachen am Freitag (19.07.2019) eine Haftstrafe verhängt. Der Angeklagte muss für sechs Jahre ins Gefängnis.

Mordvorwurf vom Tisch

Angeklagter und Anwalt im Gerichtssaal

Der Angeklagte und sein Anwalt kurz vor der Urteilsverkündung

Der 46-Jährige ist wegen „Nachstellung eines nicht erlaubten Kfz-Verkehrsrennen mit der Folge des Todes und schweren Gesundheitsschäden“ verurteilt worden. Er sei über eine belebte Landstraße gerast und habe ein Autorennen nachgestellt, um seinem Mann, der neben ihm saß, Angst einzujagen.

Das Gericht ist aber sicher: Er habe niemanden töten wollen. Deswegen wurde der Mordvorwurf fallen gelassen. Der Mann sei von seiner Persönlichkeit her risikobereit, er habe darauf vertraut, dass er die Situation beherrschen kann.

Ein Opfer bleibt querschnittsgelähmt

Bei dem Zusammenprall im Januar 2019 war das Auto des Angeklagten mit Tempo 135 ungebremst in einen stehenden BMW gerast. Der Mann des 46-Jährigen, der neben ihm saß, wurde getötet. Der BMW-Fahrer ist seitdem querschnittsgelähmt, eine junge Opel-Fahrerin, die in alles verwickelt wurde, erlitt einen Handbruch. Der Unfallverursacher überlebte schwer verletzt.

Die Staatsanwaltschaft war ursprünglich davon ausgegangen, dass der Angeklagte sich und seinen Mann umbringen wollte. Grund: Sein Partner habe sich nach einer jahrelangen On-Off-Beziehung endgültig von ihm trennen wollen. Von dieser Version rückte die Staatsanwaltschaft aber ab, es gab keine Belege für Suizidabsichten.

Angeklagter entschuldigte sich

Unfall an Kreuzung

Die Verteidigung war von einer fahrlässigen Tötung ausgegangen und hatte eine Bewährungsstrafe gefordert. Der Angeklagte habe unter den Nachwirkungen von Drogen gestanden, auch habe es vor dem Unfall einen heftigen Streit im Wagen gegeben. Der Angeklagte sei dadurch abgelenkt gewesen.

Der Angeklagte hatte den Prozess ruhig und konzentriert verfolgt, scheinbar ohne emotionale Regung. Ein Mann mit Bildung, wortgewandt, zuletzt arbeitete er als Geschäftsführer in der Firma seines Vaters.

Er habe mit dem Tod seines Mannes die Liebe seines Lebens verloren, sagte der 46-Jährige vor Gericht. Er entschuldigte sich bei den beiden verletzten Opfern und zahlte ihnen ein Schmerzensgeld.

Urteil nach tödlichem Unfall

00:31 Min. Verfügbar bis 19.07.2020

Stand: 19.07.2019, 13:36