Landgericht Aachen: Haftstrafen wegen Körperverletzung mit Todesfolge

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Landgericht Aachen: Haftstrafen wegen Körperverletzung mit Todesfolge

Drei Jahre nach dem Mord an einem geistig behinderten Mann in Eschweiler hat das Landgericht in einem neu aufgerollten Prozess zwei Tathelfer verurteilt – zu Strafen von bis zu sechs Jahren Gefängnis.

Die Strafe fiel milde aus. In einem ersten Prozess waren die Frau und ihr Bekannter noch wegen Mordes zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden.

Die Verteidigung ging in Revision und der Bundesgerichtshof hob die Urteile auf. Am Mittwoch (12.12.2018) sprach das Landgericht von Körperverletzung mit Todesfolge.

Geistig behinderten Mann in Hinterhalt gelockt

Im Sommer 2015 hatten die beiden Angeklagten zusammen mit dem Ehemann der Frau den geistig behinderten Mann in Eschweiler in einen Hinterhalt gelockt. Sie hielten ihn fälschlich für einen Pädophilen, der sich über Facebook an die zwölfjährige Tochter des Ehepaars heran gemacht haben soll.

Gericht sieht keine Tötungsabsicht

"Eine abstruse Idee“, sagten dazu die Richter. "Aus Verblendung und emotionaler Dummheit heraus“, habe man geplant, dem 29-Jährigen eine Abreibung zu verpassen. Töten wollte man ihn aber nicht, ist das Gericht überzeugt.

Ehemann erstach Opfer

Auf einem einsamen Feldweg in Eschweiler habe dann aber der bereits rechtskräftig verurteilte Ehemann der Angeklagten plötzlich und unerwartet das Opfer erstochen.

Stand: 12.12.2018, 14:50

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