Aachen: Urteil im Prozess gegen rechtsextremen Drogendealer

Rotes Backsteingebäube mit einer Hofeinfahrt, davor eine Stele mit der Aufschrift Justizzentrum

Aachen: Urteil im Prozess gegen rechtsextremen Drogendealer

  • 5 Jahre Haft
  • Drogen über Online-Shop verkauft
  • Prozess dauerte 13 Monate
  • Gericht übt Kritik an Ermittlungsarbeit

Ein Neonnazi aus Aachen muss wegen Drogenhandels für fünf Jahre ins Gefängnis. Das hat das Landgericht in Aachen am Freitagvormittag (08.03.2019) entschieden. Das Urteil fiel nach 13 Monaten Prozessdauer.

Drogen über Darknet verschickt

Für die Richter steht fest: Der 31-jährige Angeklagte hat im Darknet Rauschgift aller Art verkauft. Amphetamin, Marihuana, Ecstasy – das alles hatte der Mann über einen Online-Shop dort angeboten. Die Käufer zahlten in der digitalen Währung Bitcoin. Verschickt wurde die "Ware" auf dem Postweg. Das hatte der Mann im Prozess weitgehend zugegeben.

Hauptangeklagte stammt aus rechtsextremen Milieu

Rund 70.000 Euro soll er durch die Drogendeals verdient haben. "Vielleicht floss das Geld in die Gründung einer neuen rechten Bewegung", sagte die Richterin im Urteil. Diese Aussage beziehe sich aber auf den Hauptangeklagten, so die Richterin.

Zwei weitere Mitangeklagte, darunter sein Bruder, wurden am Freitag (08.03.2019) wegen Beihilfe zu rund zwei Jahren Haft verurteilt.

Festnahmen nach Großrazzia

Fünf Männer waren Ende Mai 2017 im Rahmen einer großangelegten Razzia im Aachener Stadtteil Brand festgenommen und angeklagt worden. Der Prozess begann acht Monate später. Zwei von ihnen wurden vor Wochen in einem abgetrennten Verfahren freigesprochen.

Kritik an Ermittlungsarbeit der Polizei

Bei der Urteilsverkündung kritisierte die Richterin scharf die schlechte Ermittlungsarbeit der Polizei. Das Gericht habe mühsam Aufklärungsarbeit leisten müssen. Auch dadurch habe der Prozess mehr als ein Jahr gedauert.

Urteil im Prozess gegen rechtsextremen Drogendealer

00:23 Min. Verfügbar bis 08.03.2020

Stand: 08.03.2019, 11:55