Bonner Landgericht: Haft und Freisprüche nach Raubüberfall

Das Landgerichts-Gebäude in Bonn

Bonner Landgericht: Haft und Freisprüche nach Raubüberfall

  • Gewaltsamer Überfall auf Autofahrer
  • Mögliches Motiv sind Drogengeschäfte
  • Weitere Urteile stehen aus

Nach einem Raubüberfall mit Sturmgewehren in Waldbröl hat das Bonner Landgericht am Freitag (15.02.2019) einen 28-jährigen Angeklagten wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung zu knapp vier Jahren Haft verurteilt. Das Verfahren gegen den zweiten Haupttäter (34) wurde abgetrennt, da ein Gutachten über dessen Drogenkonsum zur Tatzeit noch aussteht.

Vier weitere Angeklagte sind jedoch freigesprochen worden, weil die Indizien für eine Tatbeteiligung nicht ausreichten.

Angriff mit Kalaschnikow-Attrappen

Im Mai 2018 war ein 23-Jähriger aus Siegen in eine Falle gelockt worden. In einem Wohngebiet am Ortsrand von Waldbröl wurde er durch ein Fahrzeug ausgebremst und von vier maskierten Männern - davon sind zwei weiterhin unbekannt - mit echt aussehenden Kalaschnikow-Attrappen bedroht.

Mit den Gewehrstutzen zertrümmerten die Täter in Schutzwesten und Sturmhauben die Scheiben des Autos und forderten die Herausgabe von Geld und Wertsachen.

Offenbar aus Angst vor dem Eintreffen der Polizei brach die bewaffnete Gruppe den Überfall plötzlich ab und verließ den Tatort ohne Beute. Ein Anwohner hatte sich das Kennzeichen des Fluchtfahrzeuges notiert, das schließlich zu den Tätern geführt hatte.

Motiv bleibt unklar

Das Motiv des "ungewöhnlich martialischen Auftritts" konnte das Gericht nicht aufklären: Die Kammer schloss nicht aus, dass es um Drogengeschäfte gehen könnte. Dies sei jedoch, so hieß es im Urteil, Spekulation. 

Stand: 15.02.2019, 15:57

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