Urteil im Prozess um tödlichen Messer-Angriff auf Eltern

Der Angeklagte vor Gericht.

Urteil im Prozess um tödlichen Messer-Angriff auf Eltern

Von Christoph Hensgen

  • Angeklagter gesteht tödliche Messer-Angriffe
  • lebenslange Haftstrafe
  • besondere Schwere der Schuld festgestellt

Das Bonner Landgericht wurde hat am Montagmittag (25.11.2019) einen Mann aus Weilerswist verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der 30-Jährige im April seine Eltern erstochen hat. Deshalb lautet das Urteil: Lebenslänglich für Mord und Totschlag, außerdem wurde die besondere Schwere der Schuld festgestellt.

Mann wohnte zur Tatzeit bei den Eltern

Der Mann wohnte noch bei seinen Eltern, als es am 30. April zu dem tödlichen Messer-Angriff kam. Laut Staatsanwaltschaft griff der Sohn nach einem Messer und stach im Schlafzimmer zunächst mehrfach auf seinen Vater ein. Seine Mutter hatte noch die Polizei gerufen. Doch der Notruf brach ab, als der Sohn dann auch auf sie eingestochen haben soll.

Eltern kritisierten Sohn wegen Drogen- und Alkohol-Konsums

Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass der Sohn zustach, weil er öfter Streit mit seinen Eltern hatte. Das bestätigte der Angeklagte dann auch im Prozess.

Über seinen Anwalt ließ er die Richter wissen, dass das Verhältnis zu seinen Eltern schon seit einiger Zeit sehr angespannt gewesen sei. Die hatten ihn offenbar kritisiert, weil er aufgrund seines Drogen- und Alkoholkonsums sein Leben nicht in den Griff bekam. Die Eltern des Mannes hätten ihn genervt, heißt es in der Anklage.

30-Jähriger bei der Tat alkoholisiert

Als Polizisten und Rettungskräfte wenige Minuten nach dem Notruf der Mutter Tatort eintrafen, befand sich der 30-Jährige noch im Haus. Er leistete bei seiner Festnahme erheblichen Widerstand.

Der Sohn war zur Tatzeit stark alkoholisiert. Zehn Halbliterflaschen Bier habe er zuvor getrunken, zudem Marihuana und Schmerztabletten konsumiert, so der Angeklagte im Prozess. Dennoch hält ihn ein Gutachter für voll schuldfähig.

Lebenslange Haft wegen Mordes und Totschlags

Die Staatsanwaltschaft hatte den Mann wegen Doppelmordes angeklagt. Mittlerweile wertet sie die Tötung der Mutter als Totschlag, den Messer-Angriff auf den Vater als heimtückischen Mord.

Somit kann der Angeklagte nicht nach 15 Jahren wieder frei kommen. Richter entscheiden dann erneut, wie lange der Mann noch im Gefängnis bleiben muss.

Stand: 25.11.2019, 12:28

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