Urteil im Prozess um Kindesentführung in Jülich

Rotes Backsteingebäube mit einer Hofeinfahrt, davor eine Stele mit der Aufschrift Justizzentrum

Urteil im Prozess um Kindesentführung in Jülich

  • Zehn Jahre Haft und Sicherheitsverwahrung
  • Gericht: Täter auf Stiefsohn fixiert
  • Bewährungsstrafen für Mittäter

Im Prozess um die gewaltsame Entführung von zwei Pflegekindern in Jülich sind am Dienstag (22.01.2019) die Urteile gesprochen worden. Der Haupttäter muss für zehn Jahre in Haft, danach in die Sicherungsverwahrung. Das Landgericht Aachen hält den psychopathisch und pädophil veranlagten Mann für gefährlich.

Völlig auf Stiefsohn fixiert

Scheinbar emotionslos nahm der Hauptangeklagte das Urteil entgegen. Er ist der Stiefvater der Kinder, ein Mann aus Solingen. Er war Drahtzieher und Planer der Entführung der Kinder. Dabei habe er eigentlich nur seinen zweijährigen Stiefsohn zurück holen wollen. Das Jugendamt hatte den Jungen und seine einjährige Schwester aus dem Haushalt in Solingen genommen und bei einer Pflegefamilie in Jülich untergebracht.

Mann wollte Kind sexuell missbrauchen

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00:28 Min.

Für das Gericht ist erwiesen: Der Mann plante die Entführung, um sich an dem Jungen weiter sexuell zu vergehen. Er sei völlig fixiert auf das Kind gewesen, habe sich sogar dessen Namen auf den Unterarm tätowieren lassen.

Pflegemutter attachiert

Im Februar 2018 drang der Stiefvater zusammen mit einem Komplizen in das Haus der Jülicher Pflegefamilie ein. Dort attackierte er die Pflegemutter mit Reizgas und einem Elektroschocker, fesselte die Frau und eine anwesende Haushaltshilfe. Die beiden Kinder wurden Tage später wohlbehalten auf einem Campingplatz im belgischen Spa entdeckt.

Bewährungsstrafen für Helfer

Die drei Helfer des Stiefvaters, unter ihnen auch die leibliche Mutter der Kinder, wurden zu Bewährungsstrafen verurteilt. Ihnen hatte der Hauptangeklagte vorgelogen, dass es den Kindern bei den Pflegeeltern sehr schlecht gehe. Sie müssten dringend aus dem Haus geholt werden.

Stand: 22.01.2019, 15:44

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