Tochter der Ex-Lebensgefährtin erstochen: Lebenslange Haft für 66-Jährigen

Urteil Prozess Mord an Stieftochter Lokalzeit2go - Bonn 03.12.2019 01:47 Min. Verfügbar bis 03.12.2020 WDR Bonn

Tochter der Ex-Lebensgefährtin erstochen: Lebenslange Haft für 66-Jährigen

Von Christoph Hensgen

  • Lebenslange Haft für Angeklagten
  • Troisdorfer soll Mutter des Opfers mehrfach gedroht haben
  • Nach der Tat stellte sich der 66-Jährige der Polizei

Weil er die Tochter seiner Ex-Lebensgefährtin vor den Augen der Mutter erstochen hat, muss ein 66-Jähriger lebenslänglich in Haft. Das Bonner Landgericht verurteilte den Angeklagten am Dienstag (03.12.2019) wegen heimtückischen Mordes.

Die Mutter und der Ehemann der Getöteten brachen bei der Urteilsverkündung in Tränen aus. Beide hatten als Zeugen ausgesagt und betont, welche Lücke der Tod der 43-Jährigen in ihr Leben gerissen hätte. Beide sprachen davon, dass die Verstorbene Sinn ihrer beider Leben gewesen sei. Mutter und Ehemann waren zusammen mit dem Bruder des Opfers als Nebenkläger in dem Prozess aufgetreten.

Gericht sieht keine niedrigen Beweggründe

Die Anklage glaubt, dass der Mann die Tochter mit fünf Stichen tötete, um die Mutter zu bestrafen. Vor allem, weil er seiner ehemaligen Lebensgefährtin unmittelbar nach den tödlichen Stichen gesagt haben soll: "Jetzt hast Du keine Ruhe mehr. Aber jetzt hast Du Dein Haus." Dieser Auffassung folgten die Richter nicht. Sie verneinten damit das zweite Mordmerkmal der niedrigen Beweggründe.

Heimtückischer Messerangriff im Garten des Hauses in Troisdorf

Zusammen mit ihrer Mutter befand sich die 43-jährige Tochter am 29.06.2019 in den Gewächshäusern im Garten. Der ehemalige Lebensgefährte der Mutter schlich sich von hinten an seine Stieftochter heran und stach laut Anklage sofort zu: Zwei Mal in den Rücken, einmal in den Hals und schließlich drei Mal in die Brust. Das Opfer starb noch am Tatort. Danach ging der Mann zur Polizei und stellte sich.

Als sich die Mutter des Opfers im Frühjahr 2019 nach 14 Jahren von dem Angeklagten trennte, fürchtete der offenbar starke finanzielle Einbußen, da das Einfamilienhaus im Grundbuch auf Mutter und Tochter eingetragen sein soll.

Streit um das gemeinsam bewohnte Haus

100.000 Euro soll der Troisdorfer von seiner ehemaligen Lebensgefährtin gefordert haben, weil diese das zuvor gemeinsam bewohnte Haus für sich alleine behalten wollte. Da er seine Forderung aber offenbar nicht durchsetzen konnte, tötete er die Tochter seiner Ex-Lebensgefährtin.

Lebenslange Haft wegen Mordes, urteilten deshalb die Richter. Das bedeutet: Frühestens nach 15 Jahren kann der 66-Jährige aus dem Gefängnis entlassen werden.

Prozess wegen Mordes an Stieftochter WDR aktuell 11.11.2019 00:19 Min. Verfügbar bis 11.11.2020 WDR

Stand: 03.12.2019, 14:34