Getöteter Beamter: Täter muss in geschlossene Psychiatrie

Urteil im Prozess um getöteten Beamten der Stadt Köln

Getöteter Beamter: Täter muss in geschlossene Psychiatrie

Der 60-Jährige, der im Dezember vergangenen Jahres einen Kölner Vollstreckungsbeamten getötet hat, muss dauerhaft in einem geschlossenen psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden.

Dieses Urteil hat das Kölner Landgericht am Freitagmittag gefällt. Die Tat habe der Angeklagte in geistig nicht zurechnungsfähigem Zustand verübt, befand das Gericht. Der 60-Jährige habe den 47-jährigen Beamten heimtückisch ermordet, sagte die Vorsitzende Richterin. Und er sei hochgefährlich. Die Tat aber habe der Angeklagte in geistig nicht zurechnungsfähigem Zustand verübt. Er leide an Wahnvorstellungen.

Der 60-jährige Beschuldigte hatte den Beamten, der eine Geldforderung eintreiben wollte, an seiner Haustür unvermittelt im Dezember 2019 angegriffen und mit einem Küchenmesser erstochen. Er wird sehr lange in der Psychiatrie bleiben müssen, sagte die Richterin. In regelmäßigen Abständen wird das Gericht prüfen, ob von dem Beschuldigten weiter eine Gefahr ausgeht.

Unterbringung in Psychiatrie

Wegen der schweren psychischen Erkrankung wurde der Angeklagte nicht zu einer Haftstrafe verurteilt, sondern in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik untergebracht.

Kritik an Informationspolitik nach der Tat

Der Angeklagte war in einem anderen Fall zuvor wegen seiner Aggresivität aufgefallen. Das hatte der Vollstreckungsbeamte, der bei dem Angriff ums Leben gekommen war, nicht gewusst. Es hatte heftige Kritik daran gegeben, dass Vorfälle dieser Art nicht weitergegeben worden waren.

Stand: 14.08.2020, 14:25