1. FC Köln muss keine Millionenprovision für Modeste-Transfer zahlen

Anthony Modeste

1. FC Köln muss keine Millionenprovision für Modeste-Transfer zahlen

  • Gericht sieht beim Spielerberater keinen finanziellen Anspruch
  • Modeste hätte bis zu 75 Millionen Euro Ablöse bringen können
  • Weltfußballer Cannavaro war Zeuge vor Gericht

Das Landgericht Köln hat am Dienstag (10.12.2019) eine Klage der Petralito Sport Service GmbH gegen den Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln auf zwei Millionen Euro Provision zurückgewiesen. Dabei ging es um den Transfer des Stürmers Anthony Modeste 2017 nach China. Das Landgericht Köln begründete, dass kein finanzieller Anspruch für die Vermittlung des Spielers nach China bestehe.

Der italienische Spielerberater Giacomo Petralito hatte den FC verklagt, weil er im Juli 2017 bei dem Transfer des Kölner Stürmerstars nach China als Vermittler tätig gewesen sei. Das Gericht zeigte sich aber nicht überzeugt, dass der Spielerberater einen wesentlichen Anteil an dem Transfer hatte und folgte damit der Argumentation des FC.

Aussage von Cannavaro vor dem Kölner Landgericht

Fabio Cannavaro im Kölner Landgericht

Fabio Cannavaro im Kölner Landgericht

Das Landgericht Köln hatte neben anderen Fabio Cannavaro, Weltfußballer des Jahres 2006 und von 2016 bis 2017 Trainer beim FC Tianjin, als Zeugen vernommen. Nach Cannavaros Vernehmung stehe nicht fest, dass dieser durch zahlreiche Gespräche mit Petralitos Agentur von einer Verpflichtung des Spielers Modeste überzeugt wurde, zitierte die Kölnische Rundschau aus den Gerichtsakten. Auch der angeblich von der Agentur beauftragte und ebenfalls als Zeuge vernommene italienische Rechtsanwalt habe nicht entscheidend zum Abschluss des Transfervertrags beigetragen, so das Gericht. Petralito hatte demgegenüber erklärt, er habe Cannavaro von einer Verpflichtung Modestes überzeugt.

Ohne Modeste kam der Abstieg

Anthony Modeste war 2017 für mehr als 30 Millionen Euro nach China gewechselt. Soviel spülte der Transfer von Anthony Modeste in die Kassen des FC. Bei dem Zivilverfahren kamen allerdings ungewollt Details an die Öffentlichkeit, die sonst im Verborgenen geblieben wären: für Modeste hätten ein halbes Jahr früher bis zu 75 Millionen Euro an Ablöse erzielt werden können.

Der 1. FC Köln verkaufte den Stürmer aber nicht, weil er auf seine Hilfe bei der Qualifikation zur Europa League baute. Die schaffte der Verein tatsächlich, stieg aber im Jahr darauf ohne Modeste sang- und klanglos ab.

Stand: 10.12.2019, 11:50

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