Urteil im Maskenverweigerer-Prozess verkündet

Bilder von Menschen mit Mund-Nasenschutz

Urteil im Maskenverweigerer-Prozess verkündet

Von Märte Burmeister

Vor dem Bonner Landgericht ist am Freitag der Prozess gegen zwei gewalttätige Maskenverweigerer in einem Troisdorfer Supermarkt zu Ende gegangen: Die Richter verurteilten die beiden Männer zu Haftstrafen auf Bewährung – den einen zu einem Jahr und vier Monaten, den andere zu zehn Monaten.

"Tätlicher Angriff auf einen Vollstreckungsbeamten und vorsätzliche Körperverletzung" sowie "vorsätzliche Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte" – das sind die Tatbestände, für die die beiden Männer nun verurteilt wurden.

Die Begründung der Richter für die Verhandlung vor dem Land- statt wie sonst bei solchen Taten üblich vor dem Amtsgericht: Die Angeklagten hätten die Bühne des Supermarkts und der Polizisten missbraucht, um ihre Weltanschauung zu präsentieren.

Gefilmte Provokation im Supermarkt

Die beiden Männer hatten gemeinsam mit einer Frau letztes Jahr im Mai einen Supermarkt in Troisdorf ohne Mund-Nasen-Schutz betreten. Sie weigerten sich strikt, einer solche Maske aufzusetzen – auch als Supermarkt-Angestellte die Polizei dazu riefen.

Die Beamten sprachen einen Platzverweis aus. Auf dem Weg nach draußen griff dann einer der Täter die Polizisten an, schlug einen der Beamten mit der Faust ins Gesicht.  Zu sehen ist das auf Videoaufnahmen, die der andere Täter mit einer Bodycam gefilmt und später ins Internet gestellt hat.

Offenbar bewusste Stimmungsmache

Das Video wurde hunderttausende Male angeklickt. Die Polizisten waren schwer verletzt worden, mit Nasenbein- und Rippenbruch. Der Fall sorgte für Aufsehen und war sogar Thema im Innenausschuss des NRW-Landtags. Dort sagte Innenminister Herbert Reul (CDU), dass die Auseinandersetzung "ganz bewusst provoziert worden ist" und die Aktion "Stimmung machen" sollte, "mehr nicht."

Kontakte zur Reichsbürgerszene

So wird mindestens einer der beiden Täter der Reichsbürgerszene zugeordnet, die den demokratischen Staat nicht akzeptiert. Zu Beginn des Prozesses musste der Hauptangeklagte mit seiner Ehefrau auch von Spezialkräften der Polizei festgenommen und zum Gericht gebracht werden.

Das Verfahren gegen die Frau, die auch bei der Tat dabei war, wurde abgetrennt, da sie erst kürzlich Mutter geworden ist. Sie muss in ein paar Wochen wieder vor Gericht erscheinen.

Stand: 23.07.2021, 17:02