Urteil im "Loverboy"-Prozess

Eingang zum Landgericht in Wuppertal

Urteil im "Loverboy"-Prozess

  • Drei Männer zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt
  • Frauen in die Prostitution getrieben
  • Opfer zum Teil minderjährig

Das Wuppertaler Landgericht hat am Dienstag (22.10.2019) das Urteil im sogenannten "Loverboy"-Prozess verkündet. Die drei angeklagten Männer im Alter zwischen 17 und 31 Jahren wurden wegen schwerer Zwangsprostitution zu Haftstrafen zwischen drei und sechseinhalb Jahren verurteilt.

Junge Frauen als Opfer

Die beiden Haupttäter sollen sich sieben junge Frauen zwischen 14 und 22 Jahren als sogenannte "Loverboys" gefügig gemacht haben. Zunächst schworen sie ihnen ihre Liebe, dann zwangen die Männer die jungen Frauen, ihren Körper für sie zu verkaufen. Dafür wurden sie eng überwacht. Der 31-jährige Hauptangeklagte schlug auch zu, wenn die Frauen sich wehrten, so die Richter bei der Urteilsverkündigung.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Trio neben Zuhälterei auch gewerbsmäßige Zwangsprostitution, gefährliche Körperverletzung und schweren Raub in mehreren Fällen vor. Die Frauen hatten vorgeschriebene Arbeitszeiten und mussten ihren gesamten Verdienst abgeben. Mit dem Geld wurde eine Shisha-Bar saniert oder Luxusautos angemietet.

Vermieter rief die Polizei

Zur Ausübung ihrer Tätigkeit wurden die Frauen in Hotels in der gesamten Rhein-Ruhr-Region geschickt, hieß es in der Anklage. Außerdem seien im gesamten Wuppertaler Stadtgebiet Privatwohnungen angemietet worden. Dies wurde den Angeklagten zum Verhängnis. Nachdem einer der Vermieter feststellte, dass in seiner Wohnung der Prostitution nachgegangen wurde, rief er die Polizei.

Stand: 22.10.2019, 16:49

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