Bonn: Urteil nach Leichenfund im Kofferraum

Urteilsfindung auf einer nicht öffentlichen Sitzung

Bonn: Urteil nach Leichenfund im Kofferraum

Von Christoph Hensgen

Das Landgericht Bonn hat zwei junge Frauen wegen Totschlags verurteilt. Drei Jahre Haft für die 22-jährige Tochter des Opfers und zwei Jahre Bewährungsstrafe für die Freundin.

Es war ein Fall, der landesweit viele Menschen geschockt hatte. Im Dezember war bei Königswinter ein verlassenes Pannen-Auto gefunden worden. Der abgeschlossene Wagen stand mitten auf der Straße. Erst Tage später machten Polizisten dann einen grausigen Fund. Im Kofferraum des Wagens lag die Leiche einer Frau. Schnell fiel der Verdacht damals auf die Tochter der Toten und ihre jüngere Freundin. Im Polizeiverhör gestand die 22-Jährige schließlich, ihre bettlägerige Mutter nach einem Streit erstickt zu haben.

Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Die Staatsanwaltschaft hatte für die Tochter sogar sechs Jahre Haft gefordert. Doch die Richter gingen bei ihr aber von einem minderschweren Fall des Totschlags aus. "Weil die Mutter über Jahre hinweg gefordert hatte, dass ihre Tochter sie pflegen solle", erklärte Patricia Meyer, Sprecherin der Bonner Landgerichts. "Hierdurch war die junge Frau stark emotional belastet und so überfordert, dass letztlich ein Streit dazu führte, dass die Situation eskalierte." Der ganze Strafprozess hatte aufgrund des Alters der Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden.

Zwei Tage lang lebten die jungen Frauen mit der Toten unter einem Dach. Dann legten sie die tote Mutter in den Kofferraum ihres Kleinwagens. Der stand – seit Monaten abgemeldet – vor der Haustür.

Auto bleibt schon nach wenigen Hundert Metern liegen

Der Freund der jüngeren Frau, der zwar keinen Führerschein, aber wohl Fahrpraxis hatte, sollte das Auto wegfahren. Die Fahrt endete schon nach wenigen Hundert Metern, als das Auto mit einer Panne liegen blieb.

Stand: 21.09.2021, 19:57

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