Geldstrafen für Besetzer des Kraftwerks Weisweiler

Braunkohlekraftwerk Weisweiler bei Eschweiler

Geldstrafen für Besetzer des Kraftwerks Weisweiler

  • Überraschendes Urteil
  • Angeklagte bezeichnen Tat als Notwehr
  • Staatsanwaltschaft hatte Haftstrafen auf Bewährung verlangt

Das Amtsgericht Eschweiler hat am Mittwoch (04.12.2019) fünf Klimaaktivisten zu geringen Geldstrafen verurteilt. Sie hatten vor zwei Jahren das Braunkohlekraftwerk Weisweiler mehrere Stunden lang blockiert.

Widerstand gegen Polizeibeamte

Das Urteil hat viele Beobachter überrascht. Die drei Männer und zwei Frauen wurden nicht wegen der Besetzung des Kraftwerks verurteilt, sondern weil sie Widerstand gegen Polizeibeamte geleistet hatten. Dafür sollen sie zwischen 250 und 360 Euro Geldstrafe in Tagessätzen bezahlen. Das Kraftwerk Weisweiler musste im November 2017 aufgrund der Blockade seine Leistung um 90 Prozent herunterfahren.

Aktivisten: Kraftwerke verantwortlich für Klimawandel

Die Staatsanwaltschaft hatte wesentlich höhere Strafen gefordert. In ihrem Plädoyer forderte sie Haftstrafen zur Bewährung zwischen acht und zwölf Monaten. Die Angeklagten bezeichneten ihre Tat dagegen als Notwehr. Die Kraftwerke von RWE seien aufgrund ihres hohen CO-2-Ausstoßes für den Klimawandel und für Naturkatastrophen und damit den Tod von Menschen verantwortlich. Die Verteidigung hatte Freisprüche gefordert

Schadenersatzklage von RWE

Der RWE Konzern hat die Aktivisten auf zwei Millionen Euro Schadensersatz verklagt. Darüber muss das Landgericht Aachen zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden.

Geldstrafen für Besetzer des Kraftwerks Weisweiler

00:38 Min. Verfügbar bis 05.12.2020

Stand: 04.12.2019, 17:35