Jugendhaft für 15 Jahre alten Brandstifter von Schleiden

Jugendhaft für 15 Jahre alten Brandstifter aus Eifel 02:50 Min. Verfügbar bis 28.11.2020

Jugendhaft für 15 Jahre alten Brandstifter von Schleiden

Von Helga Lennartz

  • Teenager gibt sieben Brandstiftungen zu
  • Sachschaden um die neun Millionen Euro
  • Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Die Große Jugendkammer des Landgerichts Aachen hat am Donnerstag (28.11.2019) einen 15 Jahre alten Brandstifter zu viereinhalb Jahren Jugendhaft verurteilt. Er hatte zwischen November 2018 und Mai 2019 siebenmal Feuer im Raum Schleiden und Hellenthal gelegt.

Auch wegen versuchten Mordes verurteilt

In zwei der Fälle wurde er auch wegen versuchten Mordes verurteilt. Dabei geht es unter anderem um einen Hausbrand im Schleidener Ortsteil Oberhausen. Dabei konnten sich Anfang April die Bewohner nur durch einen Sprung aus dem Fenster vor den Flammen retten.

Teenager wollte sich mächtig fühlen

Diese Tat hatte der 15-Jährige im Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit zugegeben, ebenso sechs weitere. Begonnen hatte die Brandserie, als der Teenager im November 2018 an seinem Gymnasium in Schleiden Feuer legte, und das gleich dreimal hintereinander.

Schüler wollte Elternsprechtag verhindern

Dazu erklärte sein Anwalt Albert Stumm aus Euskirchen, der Schüler habe damals die Brände gelegt, um einen Elternsprechtag zu verhindern. Er habe sich danach mächtig gefühlt und weiter gezündelt. Erst nach seiner Festnahme habe er erkannt, welchen Schrecken und welche Angst er verbreitet habe. Durch die sieben Brände entstand ein Sachschaden von rund neun Millionen Euro.

Festnahme nach Carport-Brand

Monatelang hatte die Brandserie die zuständige Kripo in Euskirchen beschäftigt. Die Kreispolizeibehörde hatte deshalb eine spezielle Ermittlungsgruppe gebildet, um die Fälle zu bearbeiten. Erst nach einem Carport-Brand im Schleidener Ortsteil Oberhausen konnte der Schüler festgenommen werden. Zeugen hatten eine Person vom Tatort weglaufen gesehen und die Polizei alarmiert.

Teenager will sein Leben ordnen

Der Teenager habe sich bereits vor dem Prozess bei allen Geschädigten persönlich entschuldigt und ehrliche Reue gezeigt, sagte sein Anwalt. Auch ist der Teenager nicht vorbestraft. Das alles führte letztlich zu einer milden Jugendstrafe von viereinhalb Jahren Haft. Die Zeit will der 15-Jährige dazu nutzen, einen Schulabschluss zu machen und sein Leben neu zu ordnen.

Stand: 28.11.2019, 18:42