Grönemeyer vs. Paparazzi: Bewährungsstrafen verhängt

Die beiden Fotografen vor Gericht (Archiv: 18.02.2019)

Grönemeyer vs. Paparazzi: Bewährungsstrafen verhängt

  • Urteil im Grönemeyer-Prozess vor Kölner Landgericht
  • Fotografen hatten Grönemeyer mit Familie fotografiert
  • Die Fotografen erhalten Bewährungsstrafen wegen Falschaussagen

Im Fall des Paparazzi-Streits um den Sänger Herbert Grönemeyer hat das Kölner Landgericht am Donnerstag (07.03.2019) zwei Männer zu Bewährungsstrafen von jeweils einem Jahr wegen Falschaussage und Falscher Verdächtigung verurteilt.

Die Männer hatten nach einer Auseinandersetzung mit dem Sänger ausgesagt, dass sie durch ihn schwer verletzt wurden. Letztendlich stellte ein Gutachter fest, dass Grönemeyer sie nur leicht berührt hatte. Der vorsitzende Richter sagte in der Urteilsbegründung, die Angeklagten hätten sich in ein Netz aus Widersprüchen verstrickt.

Am Flughafen Köln/Bonn fotografierten die beiden Männer im Dezember 2014 den Sänger, aber auch seine damalige Lebensgefährtin und seinen Sohn. Seine Familie sei für die Öffentlichkeit tabu, sagte Grönemeyer vor Gericht als Zeuge, deshalb sei er auch auf die Fotografen zugestürmt und habe sie an weiteren Fotos gehindert. Die Fotografen gaben an, dass sie von Grönemeyer schwer verletzt wurden, indem er sie schlug und würgte.

Video zeigt Auseinandersetzung

In einem Video ist der Konflikt zwischen dem Sänger und den Fotografen dokumentiert. Darin ist zu sehen wie Grönemeyer auf die Fotografen zuläuft. Gegen einen Paparazzi schleudert er eine Tasche. Dass Grönemeyer sie berührte, konnten die Gutachter in dem Prozess nicht ausschließen. Dadurch seien schwere Verletzungen aber nicht zu erklären.

Zivilverfahren hatte Grönemeyer gewonnen

Die juristische Auseinandersetzung hat viele Jahre gedauert. In einem Zivilverfahren hatte Grönemeyer Boulevard-Medien untersagt, das von einem Paparazzi gedrehte Video von dem Vorfall zu veröffentlichen.  

Stand: 07.03.2019, 12:10

Kommentare zum Thema

6 Kommentare

  • 6 Harald B. 07.03.2019, 19:44 Uhr

    Ich finde das Urteil vollkommen richtig. Weshalb verhalten sich die Reporter so aufdringlich? Hat ein Prominenter kein Recht auf ein Privatleben mit seiner Familie? Und wenn jemand nicht fotografiert werden möchte, sollte das auch akzeptiert werden (das gilt natürlich auch für normale Bürger) . Schließlich gibt es auch so etwas wie ein Recht am eigenen Bild. Auf dem Video war ja nicht zu erkennen, dass er die Typen schwer verletzt hatte.

  • 5 Jörg F. 07.03.2019, 15:50 Uhr

    Das sieht aber stark nach Promi Bonus aus. Wieso geht ein Fotograf zu Boden? Weil Herbert Grönemeyer seine Familie bedroht sieht? Darf er deshalb das Recht in die eigene Hand nehmen? Nein!!! Natürlich muss seine Privatsphäre gewahrt werden. Das steht ausser Frage. Sein Vorgehen sollte ein Normalbürger mal versuchen. Da fällt das Urteil vor Gericht aber ganz anders aus.

  • 4 Dave 07.03.2019, 15:26 Uhr

    Wenn Medienhäuser es nicht schaffen, sich an bestimmte Regeln des Persönlichkeitsrechts zu halten, braucht man sich über Schlagworte wie "Lügenpresse" nicht wundern; es gibt halt doch Gründe Journalisten/Reporter in Knast zu werfen, einen davon hat das Gericht gefunden. Das zeigt aber auch die Schwierigkeit der Medienhäuser: Auf der einen Seite will man seriös und unabhängig wirken, auf der anderen Seite braucht man gute "bad" news um die Kunden, ie Leserschaft, anzulocken; Bauer Hansen sein neuer Hühnerstall verleitet kaum jemand zum Kauf einer Zeitung. Da gibt es dann "Reporter ohne Grenzen", die alles tun um eine reisserische, Erfolg versprechende Story zu liefern, die Recht und Gesetz brechen und damit den ordentlich arbeitenden Kollegen schaden.

  • 3 steinke,horst 07.03.2019, 12:52 Uhr

    nix nett...rechtsprechung im staat mangelhaft ! ! ! den paparazzi gehört der strick an die pfoten. strafmaß ist lächerlich- kind ist im brunner nach paparazzieinsatz -daher viel,viel härtere strafen, zumal bei provokationen vorher durch diese. papzi. wissen, das geldstrafen und schdvergütungen im staate pinatz sind-also volles risiko. also fesseln für die bande.

  • 2 Michael Westhöfer 07.03.2019, 12:46 Uhr

    Herzlichen Glückwunsch, Herbert!

    Antworten (1)
    • Musiker 07.03.2019, 13:48 Uhr

      ...was soll das...? huuuh?

  • 1 Lothar 07.03.2019, 11:20 Uhr

    Sieht der Jung aber krank aus. Übrigens ! Die wahren Täter sind nicht die die Fotografieren anfertigenden Menschen, sondern die, welche den Mist konsumieren in Form der Bezahlung beim Zeitschriftenhändler und über die modernen Medien im Abonnement. Aber viele Menschen können nicht einfach akzeptieren, dass einer Musik macht und fertig. Aber die benötigen ihre Sterne auch dafür, weil sie mit ihrem Leben nicht klarkommen. Wenn dann in der Klatschzeitung steht, dass Heini Bergheimer nicht scheiden läßt, sagt der Pöbel "Die haben auch Probleme" und kommt sich nicht mehr so schäbig vor. Ich konnte mich noch nie an dem Leben der Musiker, Schauspieler (die ja nun wirklich gar nichts leisten) und dem Rest der aufgeblähten medial gesteuerten Welt ergötzen. Eigentlich leben diese Sterne von dem Klatsch, wollen aber gewisse Auswüchse wieder nicht hinnehmen. Naja, ergötzt Euch dran und werdet glücklich. Ich muss weder den Fußballer noch den Musiker als Vorbild oder Götze haben.