Hausexplosion in Wuppertal: Haft für 20-fachen Mordversuch

Hausexplosion in Wuppertal: Haft für 20-fachen Mordversuch

  • Sieben Jahre und zehn Monate Haft für Wuppertaler
  • Der 55-Jährige wollte sich mit Gas umbringen
  • Weil er dann rauchte, explodierte das Mehrfamilienhaus

Die Staatsanwaltschaft hatte zehneinhalb Jahre Haft gefordert. Die Richter kamen dem am Montag (11.03.2019) nicht nach. Sie verurteilten den Angeklagten zu sieben Jahren und zehn Monaten für zwanzigfachen Mordversuch und schwere Brandstiftung. Der Angeklagte sei nicht vorbestraft und mit über 50 sehr haftempfindlich. Seine Schuld sei groß, sagte der Vorsitzende Richter: „Es war reines Glück, dass das nicht schlimmer endete. Eine Frau mit drei Kindern musste springen, retten, was zu retten ist. Das zu therapieren braucht viel Zeit.“

Lebensmüde und betrunken

Liebeskummer sei sein Motiv gewesen, so betonte es der geständige und rechtskräftig verurteilte Angeklagte im Prozess mehrfach. Seine Frau habe ihn verlassen und wollte nicht mehr zurück. Also drehte er das Gas in seiner Wohnung auf - mit 2,25 Promille im Blut. Die angezündete Zigarette führte zur Beinahe-Katastrophe.

„Er sieht sich nicht als versuchten Mörder, sondern als verzweifelte Person“, so das Gericht. Die Verzweiflung sei aber ganz auf Seiten seiner Mitbewohner gewesen. „Gottseidank war der hintere Ausgang des Hauses frei. Mehrere Bewohner flüchteten barfuß über eine Fernwärmeleitung, die über die angrenzende Wupper führte.“

Keine Chance für Schadenersatz

Der Angeklagte muss seinen Mitmietern – mehrere waren Nebenkläger im Prozess - Schadenersatz zahlen. Eine Entscheidung ohne Wert: Der Mann ist nach eigenen Angaben vollkommen mittellos.

Stand: 11.03.2019, 17:41

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