Urteile im Amphetaminprozess von Wachtendonk

Behälter mit Amphetamin-Öl

Urteile im Amphetaminprozess von Wachtendonk

  • Hohe Haftstrafen für Beteiligte
  • Amphetaminküche mit acht Kochstellen
  • LKA: "Außergewöhnlich großer Fall"

Vor dem Landgericht Kleve wurden am Mittwoch (03.04.2019) im Prozess um die illegale Drogenküche in Wachtendonk die Urteile gesprochen. Auf ihrem Hof hatte eine Familie Amphetaminöl in großen Mengen hergestellt.

Hof im April 2018 gestürmt

Im April 2018 stürmte eine Spezialeinheit der Polizei den Hof und fand eine große Amphetaminküche mit insgesamt acht Kochstellen. Die zwei Söhne der Hofbesitzerin sollen in nur drei Monaten so viel Amphetaminöl produziert haben, dass es in der weiteren Verarbeitung für drei Tonnen konsumfertiges Amphetamin reichte. Das Landeskriminalamt sprach von einem außergewöhnlich großen Fall.

Die Angeklagten wurden wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln oder wegen Beihilfe zu Haftstrafen von drei Jahren und sechs Monaten bis zu zehn Jahren verurteilt, wie ein Gerichtssprecher nach der Urteilsverkündung mitteilte. Zum Teil wurde ihnen auch bandenmäßiges Vorgehen zur Last gelegt.

Drogenherstellung auf Bauernhof der Mutter

Auf den Weg gebracht wurde die Drogenproduktion von dem 40-jährigen Hauptangeklagten, wie die Richter feststellten. Der Mann hatte demnach Spielschulden von 100.000 Euro; Hintermänner sollen ihn gezwungen haben, eine Drogenküche aufzubauen. Dazu mietete sich der Hauptangeklagte in den Hof in Wachtendonk ein und baute die professionelle Drogenküche mit acht Kochstellen auf. Er wurde zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt.

Familienmitglieder verurteilt

Der 32-jährige Sohn der Hofbesitzerin soll später die Rolle des Produktionsleiters übernommen haben. Er wurde zu sechs Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Sein 27-jähriger Bruder soll auf dem Hof ebenfalls ausgeholfen haben. Für ihn ordneten die Richter eine Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten und die Unterbringung zur Entziehung an.

Die Mutter bekam eine Strafe von vier Jahren und sechs Monaten. Außerdem soll von den Verurteilten laut Urteil Vermögen von insgesamt 89.000 Euro aus dem Handel abgeschöpft werden.

Stand: 03.04.2019, 17:16

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