Erneut Protest in Köln gegen Urheberrechtsreform

Erneut Protest in Köln gegen Urheberrechtsreform

  • Demonstrationszug gegen geplante Urheberrechtsreform
  • Bis zu 2.000 Demonstranten in Köln
  • Protestler fürchten Zensur im Netz

Die geplante Urheberrechtsreform der EU sorgt bei der Online-Gemeinde weiter für Aufruhr. Internetaktivisten hatten für Samstag (23.02.2019) erneut zu einer großen Demonstration gegen die geplanten Änderungen aufgerufen. In Köln gingen bis zu 2.000 Menschen auf die Straße. Auf ihren Protestplakaten standen Botschaften wie "Save your internet" oder "Wir sind gegen Uploadfilter".

Die Demo zog vom Kölner Neumarkt nach Deutz. Ursprünglich angemeldet waren nach Polizeiangaben 3.000 Teilnehmer. Erst vor einer Woche hatten sich ebenfalls in Köln 1.500 Gegner der geplanten Reformen zum Protest zusammengefunden.

Streit um Upload-Filter

Darum geht es: Internet-Plattformen wie Google, YouTube oder Facebook sollen verpflichtend prüfen, ob Inhalte wie Filme, Musik oder Literatur urheberrechtlich geschützt sind und entsprechend Lizenzgebühren bezahlen. Über Upload-Filter soll verhindert werden, dass geschütztes Material etwa auf YouTube oder Instagram gestellt wird.

Urheber: Wie arbeitet der Upload-Filter?

WDR 5 Töne, Texte, Bilder - Interviews 16.02.2019 07:06 Min. WDR 5

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Die EU-Staaten hatten sich am Mittwoch (20.02.2019) hinter die umstrittene Reform des Urheberrechts gestellt. Auch Deutschland stimmte dafür. Nun muss noch das Plenum des Europaparlaments zustimmen.

Im Streit um Upload-Filter für Internet-Plattformen hat Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) ihre Zustimmung zur Reform des Urheberrechts in der EU verteidigt. Die Reform sei überfällig, sagte sie am Freitag (22.02.2019). Es gehe um bessere Vertragsbedingungen für Künstler und Kreative, um grenzüberschreitende Bildungsangebote oder rechtliche Grundlagen für die Entwicklung künstlicher Intelligenz.

Prominenter Kritiker: Youtuber LeFloid

Gegner der Reform fürchten durch die Neuregelung hingegen Zensur. Auch YouTube-Stars wie LeFloid rufen deshalb zum Protest auf. Er kritisiert die Fehleranfälligkeit vollautomatisierter Upload-Filter.

"Auch Publisher oder Menschen, die mit der Kritik an ihrer Arbeit nicht einverstanden sind, haben die Möglichkeit zu sagen, dass bestimmte kritische Inhalte so nicht mehr auftauchen sollen. Oder sie können gezielt dagegen vorgehen. Das wäre auch ein Einschnitt in die Pressefreiheit", so LeFloid in einem WDR-Interview.

Stand: 23.02.2019, 14:12