Unsicherheit wegen abgelaufener Impfdosen

Was tun nach Impfung mit abgelaufenem Corona-Impfstoff?

Stand: 21.01.2022, 14:07 Uhr

Die 2000 bereits abgelaufenen Impfdosen, die Anfang Januar in Köln verimpft wurden, sorgen weiter für Ärger bei den Betroffenen. Diese bekommen jetzt erst ein Schreiben der Stadt Köln zu dem Vorgang. Allerdings ohne konkrete Hinweise, bemängeln sie.

Von Jens Gleisberg

Jessica Voigt ist eine der Betroffenen. Am 3. Januar hatte sie ihre Boosterimpfung bei einer Impfaktion in Chorweiler erhalten. Die brauchte sie auch dringend, denn Jessica Voigt arbeitet im Offenen-Ganztagsbereich mit einer ersten Klasse in der Grundschule. Deswegen war sie auch als eine der ersten jeweils zur Erst- und Zweitimpfung gegangen. Durch die Boosterimpfung erhoffte sie sich einen besseren Schutz gegen das Corona-Virus.

Eine Woche nach der Impfung erfuhr sie durch Presseberichte, dass abgelaufener Impfstoff verwendet wurde. Beim Abtauen des tiefgefrorenen Impfstoffes hatten die Mitarbeiter nicht auf die dadurch verkürzte Haltbarkeit geachtet.

Kritik am Vorgehen der Stadt Köln

Als Jessica Voigt geimpft wurde, war der Impfstoff bereits seit mehr als einer Woche abgelaufen. Eine Gesundheitsgefahr bestehe nicht, schreibt ihr die Stadt jetzt. Vierzehn Tage nach dem Vorgang. Viel zu spät, kritisiert Jessica Voigt. Sie hatte erwartet, vom Gesundheitsamt der Stadt angerufen zu werden und von dort konkrete Tipps zu erhalten.

Unsicherheit wegen abgelaufener Impfdosen

Jessica Voigt wurde mit einer abgelaufenen Impfdosis geimpft

Stattdessen gibt es nur die allgemeinen Hinweise des bundeseigenen Paul-Ehrlich-Instituts. Je nachdem, ob die Erst-, Zweit- oder Boosterimpfung gespritzt wurde, gibt es Empfehlungen für eine Auffrischung.

Betroffene sind verunsichert

Jessica Voigt aber will nicht unnötig erneut zur Impfung, weiß aber nicht, ob der Schutz durch den abgelaufenen Impfstoff erreicht wurde. Sie hatte erwartet, dass ihr die Stadt einen Antikörper-Test anbietet. Auf Anfrage des WDR schreibt die Stadt dazu, dass auch ein Antikörper-Test laut Robert-Koch-Institut keine vollständige Sicherheit über die Schutzwirkung gebe. Die Betroffenen sollten sich am besten wegen einer Einschätzung der Impfwirkung an ihren Impfarzt oder ihre Impfärztin wenden.

Diese allgemeine Empfehlung verärgert zumindest Jessica Voigt, die sich mehr Hilfe von der Stadt erwartet hatte, denn sie selbst könne ja nichts dafür, dass sie den abgelaufenen Impfstoff bekommen habe. Und sie ist weiter verärgert darüber, dass die Stadt nur einen unpersönlichen und zudem sehr späten Brief geschrieben habe.

FAQ zu abgelaufenen Impfdosen

Wie konnte es dazu kommen?

Die Impfdosen wurden aufgetaut und eingelagert. Dadurch lief die Haltbarkeitsdauer früher ab, als von den Mitarbeitern vermerkt. Eine Gesundheitsgefahr bestehe laut Stadt für die Geimpften nicht.

Was müssen die Betroffenen nun machen?

Je nachdem ob es sich um die Erst-, Zweit- oder Boosterimpfung handelt, gibt die Stadt die allgemeine Impf-Empfehlung des zuständigen Bundesinstitutes weiter. Wie bei jeder Impfung, schreibt die Stadt, sollte der Impfarzt oder die Impfärztin eine Bewertung der individuellen Situation vornehmen.

Warum wird nicht ein Antikörper-Test bei den Betroffenen gemacht?

Laut dem Robert-Koch-Institut ist eine vollständige Sicherheit durch einen Antikörper-Test nicht zu erreichen. In begründeten Einzelfällen ist nach Absprache mit dem Gesundheitsamt eine solcher Test möglich.

Warum wurden die Betroffenen erst so spät informiert?

Die Stadt sagt dazu, sie wollte erst die Rückmeldung des Paul-Ehrlich-Institutes abwarten, bevor sie erneut informiert. Da das Thema durch die Berichterstattung bereits öffentlich gewesen sei, ging sie davon aus, dass die Betroffenen bereits informiert waren.