Sitzblockade vor Uniper-Zentrale in Düsseldorf

Protestaktion vor Uniper-Zentrale in Düsseldorf

Sitzblockade vor Uniper-Zentrale in Düsseldorf

  • Protestaktion von Extinction Rebellion vor Uniper-Zentrale
  • Rund 100 Aktivisten protestierten gegen Geschäftspraktiken
  • Politik soll Inbetriebnahme von Datteln IV verhindern

Am Freitag (14.02.2020) blockierten Aktivisten vom NRW-Bündnis Extinction Rebellion (XR) für mehrere Stunden die Straße vor der Zentrale von Uniper in Düsseldorf. Sie forderten den Ausstieg aus der Kohlestromversorgung.

Die Protestaktion stand unter dem Motto "Stop! In the name of love". Die Umwelt-Aktivisten prangerten damit die Geschäftsbedingungen des Konzerns an, die mit Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung einhergehen würden.

Inbetriebnahme von Datteln IV

Aktivisten haben vor der Uniper-Zentrale Kohle verteilt

Um ihrer Forderung Ausdruck zu verleihen, schütteten die Aktivisten von Extinction Rebellion vor die Zufahrt der Uniper-Zentrale einen Streifen Steinkohle.

Uniper machte zuletzt mit der Inbetriebnahme des Kohlkraftwerks Datteln IV Schlagzeilen. Laut XR zeige die Inbetriebnahme des Kraftwerks das Versagen der deutschen Klimapolitik.

Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung

Die Steinkohle für Datteln IV stammt u.a. aus Russland, Südafrika und Kolumbien. Laut Aussagen von Extinction Rebellion gehe vor allem die Erschließung der Kohle aus den Kohlengebiete in Kolumbien mit der Vertreibung oder Ermordung der ansässigen Bevölkerung einher.

Auch in Russland und Südafrika könne die Kohle nur durch den lebensgefährlichen Einsatz der Arbeiter gewonnen werden. Hinzu kämen die Umweltschäden, die Uniper anrichte.

Uniper prüft Kohle-Lieferanten

Der Konzern Uniper bestätigte gegenüber dem WDR, dass er Steinkohle aus Russland und Kolumbien importiert. Er habe Kriterien für die Lieferanten und sei darüber hinaus ein Gründungsmitglied von "Bettercoal". Unter diesem Namen hätten sich verschiedene europäische Kohle-Importeuren zusammengeschlossen.

Der Verbund würde Kohleanbieter weltweit regelmäßig nach Sozial- und Umweltkriterien prüfen. Laut Uniper stammten im Jahr 2018 46 Prozent der Kohle von Lieferanten, die den "Bettercoal"-Verhaltenskodex unterzeichnet haben.

Politik soll handeln

Die Aktivisten von Extinction Rebellion verlangen, dass Datteln IV nicht ans Netz geht. Es leiste keinen Mehrwert zum Klimaschutz, vielmehr würden durch den "billigen und dreckigen Strom umweltfreundlichere Alternativen vom Markt gedrängt."

Stand: 14.02.2020, 17:42