Schwere Vorwürfe: Uniklink zeigt Verdi-Mitglied an

Außenansicht der Uniklinik Düsseldorf

Schwere Vorwürfe: Uniklink zeigt Verdi-Mitglied an

Von Meriem Benslim

  • Uniklinik zeigt Verdi-Mitglied an
  • Frau soll Bewerbern gedroht haben
  • Verdi streitet Vorwürfe ab

Die Uniklinik hat jetzt eine Gewerkschafterin aus dem Personalrat angezeigt. Sie soll Bewerbern mündlich gedroht haben. Die Klinik hat dem Verdi-Mitglied Hausverbot erteilt.

Die Frau soll mehreren Bewerbern gesagt haben, dass sie nur eine Chance auf einen Job in der Klinik hätten, wenn sie Verdi-Mitglied würden. Das sagte ein Klinik-Sprecher am Freitag (14.06.2019) dem WDR. Die betroffenen Bewerber sollen der Klinik ihre Aussagen auch schriftlich bestätigt haben.

Verdi-Mitglied hat Hausverbot

"Die Vorwürfe sind so glaubhaft und so schwerwiegend, dass wir handeln mussten", so der Sprecher weiter. Die Frau hat jetzt Hausverbot in der Klinik. Außerdem wurde bei der Düsseldorfer Polizei Anzeige gegen sie erstattet.

Die Gewerkschafterin, gegen die die Vorwürfe erhoben werden, arbeitet seit mehr als 40 Jahren in der Uniklinik. Zunächst als Reinigungskraft und Küchenhilfskraft, zuletzt als Disponentin in der Logistik. Seit 1993 ist sie Personalratsmitglied.

Verdi streitet Vorwürfe ab

Die Gewerkschaft Verdi wehrt sich gegen die Vorwürfe in einem Rundschreiben an alle Klinik-Mitarbeiter. Die Geschichte sei an den "Haaren herbeigezogen". Die Frau habe sich nichts zu Schulden kommen lassen. Die Vorwürfe seien vielmehr ein "Angriff auf den Personalrat", um diesen zu schwächen.

Ob es sich um einen Straftatbestand handelt, muss jetzt von den Behörden geklärt werden. Die Staatsanwaltschaft in Düsseldorf wird den Fall prüfen.

Stand: 14.06.2019, 12:08