NRW-Ministerpräsident Laschet will Pflegekräfte und Ärzte schneller impfen

NRW-Ministerpräsident Laschet beim Interview vor der Düsseldorfer Uniklinik

NRW-Ministerpräsident Laschet will Pflegekräfte und Ärzte schneller impfen

Personal, das mit Corona-Patienten arbeitet, soll in der Priorisierung nach oben rücken – bisher gibt es eine Priorisierung nach Alter. Außerdem rechnet Laschet mit einer Verlängerung des Lockdowns.

Beim Besuch der neuen Corona-Intensivstation in Düsseldorf habe Laschet mit dem Personal gesprochen, das sich wünscht "beim Impfen – entgegen der bisherigen Planung – bald berücksichtigt zu werden", so Laschet. Dem wolle die NRW-Landesregierung nachkommen: "Der Gesundheitsminister wird alles unternehmen, dass noch im Januar die, die mit Covid-Patienten zusammenarbeiten, jetzt in der Priorisierung ganz, ganz nach oben rücken."

Laschet rechnet mit Verlängerung des Lockdowns

Außerdem rechnet Laschet damit, dass der Lockdown und die verschärften Corona-Maßnahmen über den 10. Januar hinaus verlängert werden – nicht zuletzt, weil das RKI mit 1129 Corona-Toten am Mittwoch einen neuen Höchstwert gemeldet hat: "Meine Erwartung: Der Lockdown wird noch weiter gehen. Wir dürfen keine weiteren Risiken eingehen, denn die Krankenhäuser sind an der Grenze der Belastung."

Auch für Silvester hat der Ministerpräsident einen klaren Appell: "Zu Hause bleiben, auf keinen Fall Partys machen. Wer die Regeln bricht, wird die staatlichen Sanktionen spüren. Es geht um Leben und Tod und da ist für Silvester-Spaß kein Raum."

Corona-Station in Düsseldorf macht Laschet "demütig"

Gemeinsam mit NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen hat Laschet am Mittwoch die neue Intensivstation zur Versorgnung von Covid-19-Patienten der Düsseldorfer Uniklinik besucht.

Uniklinik Düsseldorf: Rekord-Corona-Modulbau ist einsatzbereit

Mit dem Neubau für 26 Millionen Euro verfügt die Uniklinik laut eigener Aussage über eine der modernsten Intensiveinheiten von Europa. Sie bietet 18 Plätze für die Intensivüberwachungspflege und 25 Intensivplätze. Das Land NRW hatte den Neubau aus Corona-Soforthilfemitteln finanziert.

Die Behandlung von Covid-19-Patienten musste in Düsseldorf bisher an mehreren verschiedenen Orten auf dem Klinikgelände erfolgen. Durch den Neubau können Corona-Patienten an der Uniklinik nun in einem Gebäude behandelt werden und dadurch vom restlichen Krankenhausbetrieb abgekoppelt werden. Sollte sich die Pandemie abschwächen, kann der Neubau als "normale" Intensivstation weitergenutzt werden.

Uniklinik Düsseldorf: Rekord-Corona-Modulbau ist einsatzbereit

Das Gebäude wurde innerhalb von nur sechs Monaten errichtet - in Modulbauweise, also mit vielen vorgefertigten Teilen. "Das ist ein Ergebnis, mit dem wir zeigen können: Wenn es drauf ankommt, ist Deutschland auch in der Lage, sehr schnell etwas zu bauen", so Laschet.

Land NRW stellt finanzielle Mittel

Die Universitätskliniken in Nordrhein-Westfalen werden aufgrund der Corona-Pandemie derzeit besonders beansprucht. Die NRW-Landesregierung hatte den Kliniken im April zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt, um sie zu unterstützen.

Stand: 30.12.2020, 13:21