Siegburger Amtsgericht: Verfahren gegen Rentner eingestellt

Angeklagter im Gerichtssaal des Siegburger Amtsgerichts

Siegburger Amtsgericht: Verfahren gegen Rentner eingestellt

Überraschende Wende im Strafprozess um fahrlässige Verkehrsgefährdung und Körperverletzung: Das Siegburger Amtsgericht hat das Verfahren gegen einen 80-Jährigen Mann eingestellt.

Die Bonner Staatsanwaltschaft hatte dem Rentner vorgeworfen, 2018 in Troisdorf einen Unfall mit einem Notarztwagen verursacht zu haben.

Die Anklage war bis Mittwoch (06.11.2019) davon ausgegangen, dass der Mann mehrere Autos überholt hatte, die an die Seite gefahren waren, um das entgegenkommende Rettungsfahrzeug vorbei zu lassen. Und das mit sehr hoher Geschwindigkeit. Die Tachonadel seines Autos war nach dem Zusammenstoß bei 96 km/h stehen geblieben.

Gutachten widerlegt Unfallversion

Vor Gericht wiederlegte das Gutachten eines KfZ-Sachverständigen diese Unfallversion. Der 80-Jährige habe weder überholt, noch sei er schneller als 35 Stundenkilometer gefahren. Deshalb gab der Richter dem Rentner auch seinen Führerschein zurück, der nach dem Unfall im März 2018 einkassiert worden war. Der 80-Jährige sowie zwei Insassen des Notarztwagens waren damals verletzt worden.

Stand: 06.11.2019, 16:00

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