Lange Rückstaus durch neue Umweltspur in Düsseldorf

Lange Rückstaus durch neue Umweltspur in Düsseldorf

  • Härtetest für Umweltspur nach den Ferien
  • Verkehr staut sich bis auf die A46 zurück
  • ADFC testet Umweltspur

In Düsseldorf hat die neue Umweltspur von der A46 in Richtung Innenstadt am Montagmorgen (28.10.2019) für lange Rückstaus gesorgt. In der Spitze staute sich der Verkehr auf der Autobahn bis zur Abfahrt Eller zurück. Der Start des Berufsverkehrs nach den Herbstferien gilt als Härtetest für die umstrittene Umweltspur.

Die Stadt will damit erreichen, dass mehr Menschen vom Auto auf Bus und Bahn umsteigen. Das soll die Luftbelastung in der Innenstadt senken und damit ein Diesel-Fahrverbot verhindern. Gegen die Umweltspuren gibt es jedoch viel Kritik aus der Bevölkerung und der Wirtschaft.

Viele genervte Autofahrer

"Ich brauche 25 Minuten länger, das ist natürlich ärgerlich", klagte ein Pendler aus Wuppertal, als er vor der Umweltspur im Stau wartete. "Deshalb habe ich auch schon die Petition für die Abschaffung der Umweltspur unterschrieben." Die Online-Petition wird aktuell von knapp 8.000 Menschen unterstützt.

Nicht nur viele andere Pendler und Handwerker waren am Morgen vom langen Rückstau genervt. Auch NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst sieht die neue Spur kritisch: "Pendler wie Störenfriede zu behandeln, ist nicht in Ordnung. Sie erarbeiten die wirtschaftliche Stärke der Stadt. Die fahren ja nicht aus Jux und Dollerei."

Staus nach Ferien laut Polizei normal

Die Polizei sieht bisher noch keinen Grund einzugreifen. Es sei der erste Tag nach den Ferien, längere Staus in der ganzen Region seien dann normal, so ein Sprecher.

Sollten gefährliche Verkehrssituationen entstehen, könne man in Absprache mit Polizei und Bezirksregierung kurzfristig reagieren, teilte ein Stadtsprecher mit. Anpassungen entlang an der Umweltspur seien aber frühestens Ende der Woche geplant.

ADFC-Test lief positiv

Mehrere Radfahrer fahren auf einer eigenen Spur neben den Autos auf der Straße

Radfahrer testen die neue Umweltspur

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) testete die neue Umweltspur am Montagmorgen in einem Pulk von etwa 50 Radfahrern. "Die Fahrt war angenehm und entspannt", zog die stellvertretende Vorsitzende in Düsseldorf, Lerke Tyra, ein positives Fazit. Allerdings könnten Busse im Zweifel die Radfahrer nicht überholen. Der Stau der Autos habe sich bereits ab der Uniklinik in Richtung Innenstadt weitgehend wieder aufgelöst.

Die Stadt will am Dienstag (29.10.2019) eine erste Zwischenbilanz der insgesamt drei Umweltspuren in Düsseldorf ziehen und einen Ausblick geben, wie es mit dem Gesamtprojekt weitergeht. Die Politik soll voraussichtlich Ende November über den zentralen Teil der großen Umweltspur entscheiden, der auch die hochbelastete Corneliusstraße umfasst.

Stand: 28.10.2019, 10:34

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