Umstrittener Polizeieinsatz in Düsseldorf: Polizisten entlastet

Umstrittener Polizeieinsatz in Düsseldorf: Polizisten entlastet

Von Peter Hild

Die Ermittlungen zur umstrittenen Festnahme eines 15-jährigen Jugendlichen in der Düsseldorfer Altstadt haben die vier beschuldigten Polizisten entlastet.

Das bestätigte ein Polizeisprecher in Duisburg dem WDR. Dort waren die Ermittlungen gegen die Düsseldorfer Beamten aus Neutralitätsgründen geführt worden. Ein Video des Einsatzes hatte für Wirbel gesorgt. Darin war zu sehen, wie ein Polizist auf dem Kopfbereich des am Boden liegenden Jugendlichen kniete.

Das Landesamt für Aus- und Fortbildung der NRW-Polizei kommt zu dem Schluss, dass die Beamten die gängigen Eingriffstechniken angewendet hätten. Das bestätigte eine Sprecherin der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft auf WDR-Anfrage. Das Ermittlungsverfahren sei aber noch nicht abgeschlossen, alle Beteiligten könnten zu den Erkenntnissen noch Stellung nehmen.

Verletzungen sollen von Prügelei stammen

Einiges spricht außerdem dafür, dass sich der heute 16 Jahre alte Schüler seine Gesichtsverletzungen erst am Tag nach dem umstrittenen Polizeieinsatz zugezogen hat. Wie die Düsseldorfer Polizei bestätigt, war der Jugendliche am Tag darauf in eine Schlägerei verwickelt.

Zeugen sollen Ermittlern berichtet haben, dass er sich dabei ein blaues Auge und eine blutige Nase geholt habe. Er soll zudem über Schmerzen und Übelkeit geklagt haben. Erst danach habe er ein Krankenhaus in Düsseldorf-Benrath aufgesucht, die Prügelei soll der Jugendliche dort aber verschwiegen haben.

Jugendlicher und Polizei erstatteten Anzeige

Der Fall ereignete sich am 15. August an einem Schnellimbiss in der Düsseldorfer Innenstadt. Bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf gingen anschließend mehrere Anzeigen gegen den Polizisten ein. Die Polizei Düsseldorf erstattete zugleich Anzeige gegen den Jugendlichen wegen Beleidigung, Widerstand und wegen eines tätlichen Angriffs.

Stand: 20.11.2020, 12:08