Der Umsonstladen für Geflüchtete aus der Ukraine öffnet seine Türen für Besucher

Umsonst-Laden für Geflüchtete aus der Ukraine startet

Stand: 10.03.2022, 13:19 Uhr

Viele Hilfsorganisationen und Privatleute bringen Sachspenden in die Ukraine und die Grenzgebiete. Doch auch die Menschen, die nach NRW geflüchtet sind, brauchen zum Beispiel Kleidung. Viele haben kaum mehr als das, was sie am Leib tragen. Eine Kölner Idee ihnen soll helfen.

Von Sabine Büttner

Seit Kriegsbeginn gibt es immer mehr Hilfsaktionen für die Menschen in der Ukraine und den Grenzgebieten dort. Doch auch die Unterstützung für die Geflüchteten, die in NRW ankommen, ist immens. In Köln öffnet am Donnerstag ein Umsonst-Laden mit einer Kleiderkammer, um die Menschen zu versorgen.

Nur wenige Tage von der Idee bis zum Start

Im Bürgerzentrum im Stadtteil Ehrenfeld ist die Ausgabestelle innerhalb kurzer Zeit entstanden – eine Idee der beiden Vereine "Blau-Gelbes Kreuz" und "Kölner Spendenkonvoi". Das "Blau-Gelbe Kreuz" koordiniert in Köln Sachspenden für die Ukraine und betreut ankommende Geflüchtete. Der "Kölner Spendenkonvoi" kümmert sich seit Langem um Menschen, die im EU-Grenzgebiet festsitzen, weil sie nicht einreisen dürfen. Für die gemeinsame Idee eines Umsonst-Ladens hatten sich so schnell Helfer aus den Reihen der Vereine, aber auch aus dem Umfeld des Bürgerzentrums gefunden, dass das neue Angebot schon wenige Tage nach der Idee starten kann.

Geflüchtete haben kaum mehr als das, was sie am Leib tragen

Ein Schuhschrank voller Kinderschuhe

Ein Schuhschrank voller Kinderschuhe im neuen Umsonstladen für ukrainische Geflüchtete.

In den Räumen des Bürgerzentrums erhalten Geflüchtete jetzt montags bis freitags in der Zeit zwischen 10 und 17 Uhr dringend benötigte Bekleidung: warme Pullover, Hosen, Jacken. Denn viele Menschen sind nur mit kleinem Gepäck aus ihrer Heimat geflohen, haben kaum mehr als die Kleidung, die sie am Körper tragen. Doch auch andere Artikel wollen die Helfer den Menschen vermitteln: Wer zum Beispiel einen Kinderwagen oder Kochgeschirr braucht, kann das den Helfern im Umsonst-Laden sagen. Die versuchen dann, die benötigten Dinge zu organisieren.

Kleiderausgabe sucht noch Helfer

Die Sachspenden, die im Umsonstladen verteilt werden, kommen nicht nur von "Blau-Gelbes Kreuz", sondern auch vom Verein "Lohmar hilft". Das Bürgerzentrum stellt kostenlos den Raum zur Verfügung, außerdem kümmert sich eine Mitarbeiterin des "BüZe" um die Kleider-Ausgabe. Trotzdem werden noch Helfer gebraucht: Aktuell suchen die Initiatoren Ehrenamtler, die in der Kleiderkammer Aufsicht führen und benötigte Dinge herausgeben.

 Städtische Unterkünfte fast komplett belegt

 Nach Angaben der Stadt Köln wurden bislang knapp 1.500 Menschen aus der Ukraine in Unterkünften hier untergebracht. Die Kapazität der städtischen Unterbringungsplätze sei damit nahezu erschöpft, so Sprecher Alexander Vogel auf WDR-Anfrage. Die Stadtverwaltung suche deshalb gerade nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten - etwa durch den Aufbau von Kapazitäten in der Kölner Messe. Weil einige Menschen nach einer Nacht Aufenthalt in Köln weiterreisen, würden aber auch immer wieder vereinzelt Plätze frei.

Die Stadt macht deutlich, dass Geflüchtete sich keine Sorgen machen müssen, dass sie nicrgendwo unterkommen: Es ist sichergestellt, dass jeder und jede, die eine Unterkunft braucht, auch eine bekommt, heißt es.