Tausende demonstrieren in Köln gegen Krieg in der Ukraine

Stand: 08.05.2022, 19:09 Uhr

Tausende Menschen haben in Köln bei mehreren Veranstaltungen gegen den Krieg in der Ukraine demonstriert. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Insgesamt fanden drei Veranstaltungen in Köln Stadt. Der Verein "Blau-Gelbes Kreuz" hatte zu einer Demonstration unter dem Motto "Solidarität mit der Ukraine" aufgerufen. Zudem erinnerten pro-russische Demonstranten mit zwei Auto- beziehungsweise Motorradkorsos an sowjetische Opfer des Zweiten Weltkriegs, der in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai vor 77 Jahren endete.

Polizei leitet pro-russischen Autokorso um

Demonstranten mit russischer Flagge bei pro-russischem Autokorso in Köln

Mit Russland-Flagge und in Uniform errinnerten die Teilnehmer der Demo an die Opfer des Zweiten Weltkriegs.

Die beiden pro-russischen Demos waren bereits am vormittag gestartet und verliefen nach Informationen der Polizei friedlich. Der Autokorso, der vom Fühlinger See zur Gedenkstätte für russische Zwangsarbeiter aus dem Zweiten Weltkrieg im Gremberger Wäldchen rollen sollte musste jedoch von der Polizei umgeleitet werden, um ein Zusammentreffen mit russischen Oppositionellen zu verhindern. .

Auto mit deutscher und russischer Flagge bei pro-russischem Autokorso in Köln

Die Autos waren mit russischen und Deutschen Flaggen geschmückt.

Zuvor hatte die Polizei den Demonstrationszug schon nach wenigen Kilometern vorübergehend gestoppt, weil sich die Teilnehmer nicht an die Straßenverkehrsordnung hielten. Entgegen der Absprache mit der Ordnungsbehörde hatten sich einige Teilnehmer demnach aus den Autofenstern gelehnt und russische Flaggen geschwenkt.

Luftballons für getötete und verletzte Kinder

Ab 15 Uhr lief dann auch der vom "Blau-Gelben Kreuz" organisierte "March of the Nations" gegen den Krieg in der Ukraine, bei dessen Schlusskundgebung auf dem Heumarkt unter anderem NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) sprachen.

Demonstrierende am Kölner Heumarkt

Der Heumarkt in Köln

Diese Gelegenheit nutzte die Kölner Oberbürgermeisterin, um den russischen Autokorso als unsäglich zu bezeichnen. Wer den Angriffskrieg einer Diktatur gegen eine Demokratie in Europa billige oder unterstütze, müsse mit der Gegenwehr der Kölnerinnen und Kölner rechnen, so Reker. Hass, Gewalt und Diktatur werde kein Raum geboten.

Zuvor hatten sich tausende Menschen an der Deutzer Werft versammelt und waren durch die Stadt gezogen

Viele weiß-blau-weiße Fahnen zu sehen

Protest der russischen Opposition

Viele Teilnehmer trugen eine weiß-blau-weiße Flagge.

Neben hunderten ukrainischer Flaggen trugen viele Teilnehmer auch weiß-blau-weiße Fahnen. Sie wurde von einer Online-Community als Symbol für ein freies Russland ins Leben gerufen - unter anderem, weil sie die gleichen Farben enthält wie die russische Flagge mit Ausnahme von Rot, das symbolisch für Blut und Krieg stehen soll.

Als weiteres Symbol hatten die Veranstalter geplant, 626 blaue und gelbe Luftballons zu verteilen. Sie stehen für jedes bislang im Ukraine-Krieg getötete oder schwer verletzte Kind. Die Zahlen basieren auf Informationen des Generalbundesanwalts der Ukraine.

Über dieses Thema berichtet auch die Aktuelle Stunde am 08.05.2022.