Am Rand des Dorfes Keyenberg ist ein Braunkohlebagger zu sehen.

Flüchtlinge in Tagebaudörfern in Erkelenz

Stand: 12.04.2022, 16:00 Uhr

Geflüchtete aus der Ukraine sind jetzt in den Dörfern untergekommen, die ursprünglich für den Tagebau Garzweiler abgebaggert werden sollten. Seit dem 1. April leben dort rund 40 Menschen.

Von Ingo Wagner

Die ukrainischen Familien müssen sich erst eingewöhnen, richtig eingerichtet sind die Häuser noch nicht. Aber Danylo Tyshchenko ist erst einmal froh, dass er, seine Frau Galina und ihre sieben Kinder jetzt erst einmal den Gefahren des Krieges in der Ukraine entronnen sind: „Es ist uns wirklich schwergefallen, unsere Heimat zu verlassen. Aber hier sind unsere sieben Kinder in Sicherheit. Wir sind sehr herzlich empfangen worden und wir bedanken uns für die Hilfe hier vor Ort.“

Hilfe durch Stadt Erkelenz

23 Wohnungen werden jetzt für die Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet eingerichtet. Schon im vergangenen Jahr wurden den Opfern der Flutkatastrophe leerstehende Häuser in den Garzweiler II-Häusern angeboten. So war es auch für die Stadt Erkelenz klar, dass sie jetzt Wohnungen für die geflüchteten aus der Ukraine zur Verfügung stellen würde, sagt Hans-Heiner Gotzen, 1. Beigeordneter der Kommune: „Wir sind dankbar, dass wir jetzt auf einen großen Bestand von Wohnungen von RWE Power zurückgreifen können, die leerstehen, und die aktuell in dieser Krise sehr gut genutzt werden können.“

Aktivisten im Dorf unterstützen geflüchtete Familien

Unterstützung bekommen die Flüchtlinge auch von Aktivisten, die bisher gegen den Braunkohletagebau gekämpft haben. „Wir haben bisher versucht, den Menschen das Dorf näherzubringen. Wir haben bei der Ankunft "Hallo" gesagt und Eier und andere Lebensmittel verteilt. Und wir wollen die Geflüchteten auch weiter unterstützen und das beginnt demnächst mit einer Versammlung, auf der sich alle gegenseitig kennenlernen können.“ So sind Dörfer wie Kuckum, die vor einiger Zeit noch verschwinden sollten, vorübergehend zu einer neuen Heimat für Männer, Frauen und Kinder aus der Ukraine geworden.