Übergangsquartier Stadtmuseum Köln

Ein sichtbares Stadtmuseum mitten in Köln

Stand: 14.03.2022, 15:20 Uhr

Mit dem Umzug in sein Übergangsquartier will sich das Kölner Stadtmuseum demnächst neu aufstellen: modern, offen, dynamisch. Auffallend sichtbar soll das Museum sein. Auch ein neues Branding soll möglichst viele Besucher locken.

Von Holger Geyer

"Ich bin ein Museum!“ steht in riesigen Buchstaben über dem Eingang des ehemaligen Modehauses Sauer. Es geht nun um Stadtgeschichte, da wo früher Damen- und Herrenmode verkauft wurde. Und es geht darum, den Umzug ins Interim als Chance zur Neugestaltung zu nutzen. "Es müsse Ballast abgeworfen werden“, sagt die Vizedirektorin des Stadtmuseums Silvia Rückert. "Es gilt, das schwere Brokatkleid abzulegen und ein leichtes Sommerkleid anzuziehen.“

Und zum Staubentfernen, wie Rückert es nennt, gehört auch ein neues Logo. Es ist ein schlichter Schriftzug, ohne grafische Elemente. Das Original ist grau und schwarz. Doch für Auftritte beispielsweise in den sozialen Medien gibt es sechs verschiedene Farbvariationen.

Eine Infobox gegenüber dem Museum stellt das neue Konzept vor.

Übergangsquartier Stadtmuseum Köln

In einem auffällig gestalteten Container sind einige Räume des künftigen Museums visualisiert. Offen, leicht und bunt sollen die Besucher empfangen werden. Ein bisschen Museum, ein bisschen Lounge, so könnte man die Atmosphäre im neuen Stadtmuseum beschreiben.

Die Infobox klärt auch darüber auf, dass die künftige Ausstellung die Kölner Geschichte nicht mehr chronologisch erzählt. Vielmehr wird sie in Fragebereiche gegliedert sein. "Was bewegt uns?“ schließt beispielsweise Fortbewegung oder Migration ein. "Worauf haben wir Lust?“ berührt Bereiche wie Unterhaltung und Sexualität. Zur genauen Umsetzung wird hier noch geschwiegen. Die Infobox ist montags bis samstags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Fragen zur Zukunft des Museums kann man einem Informationsteam stellen, das ständig vor Ort ist.

Die Verantwortlichen wollen an der Eröffnung im Herbst festhalten.

Man sei optimistisch, dass man den Eröffnungstermin im Herbst halten könne, sagt Vizedirektorin Rückert. Allerdings schlage man sich wie alle Branchen mit Lieferengpässen herum. Derzeit werde die Alarmanlage eingebaut, ohne die keine Objekte ausgestellt werden dürfen.

Um die zeit bis zur Eröffnung zu überbrücken, öffnet Anfang April eine so genannte Pop-up-Bar, in die einzelne Ausstellungsstücke integriert werden. Drinks und Stadtgeschichte, diese Mischung soll Menschen ins Haus locken, täglich von 17 bis 22 Uhr. Wie lange das Stadtmuseum im Interim bleibt, dazu wagt momentan niemand eine Prognose. Irgendwann soll es in der "Historischen Mitte Köln“ auf dem Roncalliplatz seine neue Heimat finden. Das bisherige Quartier im Zeughaus musste wegen eines Wasserschadens geräumt werden.  Über dieses Thema berichten wir am 14. März 2022 im WDR Fernsehen: Lokalzeit Köln, 19:30 Uhr