Ende des Influencer-Traums? Stadt überwacht Tulpenfeld in Jüchen nach Besucheransturm

Tulpenfeld in Jülich wird zur beliebten Fotokulisse

Ende des Influencer-Traums? Stadt überwacht Tulpenfeld in Jüchen nach Besucheransturm

In Jüchen wird ein Tulpenfeld in den nächsten Tagen von Ordnungskräften der Stadt überwacht. Es war zu einer beliebten Fotokulisse geworden und hatte einen Ansturm von Foto-Touristen ausgelöst.

Jede Menge Besucher waren gekommen, um ein Foto im Blütenmeer zu knipsen. "Das macht richtig Spaß, hier Fotos für Instagram zu machen, weil die Kulisse einfach der Wahnsinn ist", erzählte eine Besucherin.

Am Sonntag löste die Stadt eine Menschenansammlung auf, weil es zu voll war, teilte ein Sprecherin mit. Die Versammlung habe "nicht der geltenden Corona-Schutzverordnung" entsprochen, heißt es. Die Polizei musste den Verkehr auf der Landstraße regeln. Menschen aus dem Ruhrgebiet, dem Rheinland und auch eine asiatische Reisegruppe waren nach Jüchen gepilgert, um das Tulpenfeld zu sehen. Das Ziel: Schnappschüsse vom Blumenmeer für die Sozialen Medien oder das eigene Fotoalbum.

Bauer sperrt Feld ab und beginnt zu mähen

Viele Menschen auf Blumenfeldern in Jüchen

Als Reaktion auf die Menschenansammlungen am Wochenende hatte der zuständige Bauer zunächst sein Tulpenfeld gesperrt. Schilder mit "Betreten verboten" hängen am Rand des Feldes. Doch auch am Montag waren wieder Besucher am und im Feld.

Pläne gegen "Tulpen-Tourismus"

Die Stadt Jüchen hat sich am Dienstag mit der angrenzenden Stadt Korschenbroich, der Polizei und Straßen beraten, einen erneuten Ansturm von "Tulpen-Touristen" zu verhindern. In Absprache mit der Kreispolizeibehörde und Straßen NRW sollen dafür Straßen gesperrt werden. Auch das Wildparken rund um das Tulpenfeld soll so unterbunden werden. Für den Fall der Fälle will die Stadt Jüchen ausreichend Ordnungskräfte zu den Feldern schicken, die die Regeln der Corona-Schutzverordnung überwachen.

Viele Menschen auf Blumenfeldern in Jüchen

Bürgermeister Harald Zillikens: „Ich appelliere an die Vernunft der Bürgerinnen und Bürger, sich und andere zu schützen. Der Landwirt beginnt gerade damit, die Tulpen zu schneiden, sodass wir hoffen, dass es nicht mehr zu einem vergleichbaren Ansturm wie am letzten Wochenende kommt. Wenn doch, ist die Stadt Jüchen gut darauf vorbereitet und wird die notwendigen Maßnahmen konsequent umsetzen.“

Die Blumen können ohnehin nicht mehr lange als Fotokulisse dienen, denn am Montag hat der Bauer damit begonnen, die Blumen abzumähen. Das ist nicht in erster Linie gegen den "Tulpen-Tourismus" gerichtet. Den Blumenzwiebelzüchtern geht es weniger um die schönen Blüten, sondern um die Knollen.

An der Mutterzwiebel wachsen sogenannte Tochterzwiebeln. Damit sich die Pflanze beim Wachsen voll und ganz auf die Tochterzwiebel konzentrieren kann, werden die Tulpenköpfe nach der Blüte entfernt. Sobald das Laub verwelkt ist, werden die Tochterzwiebeln ausgegraben und verkauft.

Bauer sperrt Tulpenfeld wegen Besucheransturm

00:21 Min. Verfügbar bis 27.04.2022


Stand: 27.04.2021, 19:35

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