Teppich oder Fliesen? Bei Umbauten müssen Nachbarn bedacht werden

Kurioser Streit: Pflicht zum Teppichboden? Lokalzeit aus Düsseldorf 06.06.2019 05:55 Min. Verfügbar bis 06.06.2020 WDR Von Werner Czaschke

Teppich oder Fliesen? Bei Umbauten müssen Nachbarn bedacht werden

  • Wohnungseigentümer wechselt von Teppich zu Fliesen
  • Lautstärke steigt über zulässige Norm
  • Richter rät zu schallschluckendem Teppich

Wohnungseigentümer müssen bei Umbauten Rücksicht auf ihre Nachbarn nehmen. Das hat das Landgericht Düsseldorf am Donnerstag (06.06.2019) klargestellt.

Im aktuellen Fall hatte der Eigentümer in seiner Mönchengladbacher Wohnung den Teppich entfernt und Fliesen verlegt, ohne eine Trittschalldämmung einzubauen. Danach lag der Trittschall deutlich über der zulässigen Norm von 53 Dezibel.

Nachbar fordert Teppich

Der unter ihm wohnende Nachbar verklagte den Mann daraufhin und forderte, dass in der Wohnung wieder Teppich verlegt wird. Zu Recht, meinten nun die Richter und verweisen auf das Wohnungseigentumsgesetz. Danach müssen Eigentümer bei Umbauten Rücksicht auf Miteigentümer im Haus nehmen.

Wie sich in dem Fall in Mönchengladbach herausstellte, fehlt in dem nachträglich ausgebauten Dachgeschoss die Trittschalldämmung. Das Entfernen von Fliesen und Estrich zum nachträglichen Einfügen der Dämmung würde einen fünfstelligen Betrag verschlingen.

Richter emfpiehlt Vergleich

Der Richter riet beiden Parteien zu einem Vergleich: Über die Fliesen solle schallschluckender Teppich gelegt werden. Dies wäre deutlich preisgünstiger.

Wenn sich die Parteien nicht einigen können, wird am 27. Juni eine Entscheidung des Gerichts ergehen.

Der Bundesgerichtshof hatte im vergangenen Jahr entschieden, dass Wohnungseigentümer auf Nachbarn Rücksicht nehmen müssen und auf ausreichenden Schallschutz zu achten haben.

Wohnungseigentümer müssen Rücksicht nehmen

00:36 Min. Verfügbar bis 06.06.2020

Stand: 06.06.2019, 16:56