Trinkwasser-Hilfe aus der Eifel für Afrika

Trinkwasser fliesst in einem Wasserwerk aus einer Amatur in ein Glas

Trinkwasser-Hilfe aus der Eifel für Afrika

Von Sabine Rieck

15 junge Erwachsene aus Aachen und ganz NRW haben Geld gesammelt und machen sich auf den Weg, um in Tansania Trinkwasseraufbereitungsanlagen aufzubauen. 

Franziska König muss für ihre Masterarbeit eigentlich an den Schreibtisch. Doch seit mehreren Wochen kommt die Studierende nicht dazu. Es gibt täglich etwas zu organisieren. In zwei Wochen wird sie mit 14 anderen Studierenden und Absolventinnen aus ganz NRW nach Tansania reisen, um dort fünf Wasseraufbereitungsanlagen aufzubauen.

Einfach anwendbare Trinkwasserfilter

Die sehen von außen aus wie blaue Kunststoffkanister, doch im Inneren verbirgt sich eine Filteranlage. Die Kosten liegen bei rund 3.500 Euro pro Stück. "Das Prinzip ist einfach. Du schöpfst einen Eimer Wasser, kippst ihn oben rein und nach ein paar Minuten fließt eben das Wasser, das aus einem Schlauch kommt, sauber raus" sagt Franziska König. Das Besondere: Eine Aufbereitungsanlage hält bis zu zehn Jahre. Das Geld dafür haben Franziska König und ihre Mitstreiter aus Eigeninitiative in nur anderthalb Jahren selbst gesammelt. Zusätzlich zahlen die jungen Leute den Flug nach Afrika und das Essen aus eigener Tasche. 

Hohe Eigeninitiative

Marvin Kaes aus Köln freut sich auf die Reise. Eigentlich schreibt er an seiner Promotion, doch auch er möchte etwas in Afrika verändern. „Man kriegt eine neue Kultur mit. Man erlebt einen Austausch zwischen den Kulturen und da freue ich mich drauf“, sagt der Ehrenamtler. Spannend wird für alle Mitreisenden, ob sie es schaffen, in zwei Wochen nicht nur die Wasseraufbereitungsanlagen aufzubauen, sondern auch den Menschen vor Ort zu erklären, wie diese funktionieren und regelmäßig zu warten sind. Doch die jungen Erwachsenen haben erfahrene Hilfe dabei. 

Monschauer begleiten die Hilfstruppe

Der Eifler Martin Krings und seine Frau begleiten die jungen Erwachsenen auf der Reise. Seit 15 Jahren reist er regelmäßig zu den Armen in die Ortschaft Kabanga. Er hat die Gegend über einen befreundeten Missionar kennengelernt und ins Herz geschlossen. Weil dieser gestorben ist, will er nun die ehrenamtliche Arbeit des Bruders in Tansania fortführen. Martin Krings freut sich über die Hilfsbereitschaft der Jugendlichen. "Wir kennen die Infrastruktur vor Ort. Wir haben dort die Beziehungen und wir wissen auch an den Stellen, wie an Schulen oder am Krankenhaus, wo Trinkwasserengpässe sind“, sagt der Reisebegleiter. Denn wichtig ist, dass die Trinkwasseranlagen auch an die richtigen Stellen kommen. Reise-Organisatorin Franziska König denkt, dass ihr das mit ihren Freunden gelingen wird. Am meisten freut sie sich auf den Moment, wenn sie alles geschafft haben und dreckiges Wasser in wertvolles Trinkwasser für die Menschen vor Ort verwandeln.

Stand: 15.10.2021, 11:11

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