Airbnb-Touristen in Köln vor die Tür gesetzt

AirBnB-Schlüssel

Airbnb-Touristen in Köln vor die Tür gesetzt

  • Touristen wurden auf die Straße gesetzt
  • Sicherheitsdienst räumte die Wohnungen
  • Zwanzig Appartements betroffen

Im Kölner Stadtteil Humboldt-Gremberg wurden am Mittwochabend (23.01.2019) etwa 20 Touristen gezwungen, ihre über Airbnb gemieteten Appartements zu verlassen. Ein vom Eigentümer des Hauses engagierter Sicherheitsdienst setzte die Airbnb-Kunden buchstäblich auf die Straße.

Firma hatte Wohnungen untervermietet

Die elektronischen Schlüssel waren gesperrt. Der Eigentümer des Gebäudes hat alle Kunden von Airbnb ausgesperrt. Der Grund: Eine dubiose Firma hatte in dem Gebäude illegal Wohnungen über Airbnb an Touristen vermietet. Der WDR hatte die illegale Vermietung bereits im Sommer vergangenen Jahres aufgedeckt. Die Stadt Köln hatte nach den Berichten des WDR Bußgelder gegen den Vermieter und gegen den Eigentümer des Gebäudes verhängt. Die Stadt forderte Vermieter und Eigentümer auf, die illegale Vermietung von Ferienwohnungen zu beenden.

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WDR 2 18.01.2019 04:40 Min. Verfügbar bis 18.01.2020 WDR 2

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Das Wohnungsamt hatte außerdem angeordnet, dass die Touristenappartements wieder in normale Wohnungen umgewandelt werden. Airbnb hätte also seit Monaten wissen müssen, dass die Wohnungen illegal vermietet wurden. Dennoch vermittelte das Portal die Unterkünfte weiter, bis die Kunden jetzt vor die Tür gesetzt wurden. Eine Sprecherin von Airbnb hat auf WDR Anfrage erklärt, es sei sofort Kontakt zu den Kunden aufgenommen worden, um sie zu unterstützen. Die Unterkünfte seien nicht mehr auf der Airbnb Plattform verfügbar.

Schon länger Probleme mit illegaler Vermietung

Die Stadt Köln hatte den Hauseigentümer und den Mieter bereits im Sommer aufgefordert, die nicht genehmigte Vermarktung über Airbnb einzustellen.

Obwohl die Stadt Bußgelder verhängt hatte, wurden die Wohnungen weiterhin über Airbnb angeboten. Offenbar aus Furcht vor weiteren Bußgeldern hat der Hauseigentümer jetzt das Airbnb-Geschäft abrupt beendet.

Stand: 24.01.2019, 14:52

Kommentare zum Thema

14 Kommentare

  • 14 Schmidt 25.01.2019, 14:04 Uhr

    Ich habe selbst 3 Wohnungen, die ich (legal) an Airbnb-Gäste vermiete. Ich mache alle Wohnungen abends selbst (Reinigen) und das nach meinem 9-Stunden-Job. Ich gebe jeden Cent an Umsatz bei meiner Steuerberaterin als Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung an, wodurch das Land NRW sehr schön an meiner Arbeit mitverdient. (Steuersatz: 42%).

  • 13 Anna S. 25.01.2019, 12:01 Uhr

    Natürlich ist das mehr als nur grober Unfug, was sich diese Firma da geleistet hat. Das gehört auch bestraft und unterbunden. Man sollte aber nicht alle über einen Kamm scheren. Wenn jemand eine einzelne Wohnung über Airbnb vermietet weil er sie gerade nicht braucht, ist das ein Nebenverdienst, mit dem sich eine Hausfrau vielleicht ein bisschen Geld verdient. Vorausgesetzt dass auch Steuern bezahlt werden, ist das möglicherweise auch besser als ein internationaler Hotelkonzern, der die Leute ausnützt. Und Besitz sollte Besitz bleiben.

  • 12 Meinemeinung 25.01.2019, 11:39 Uhr

    Endlich wird da durchgegriffen, sonst werden demnächst nur noch Wohnungen an Touristen und Messebesucher vermietet und die arbeitende deutsche Bevölkerung, die keine irrsinnig hohe Mieten zahlen kann, darf dann in Flüchtlingsheimen und Notunterkünften leben. Denn für die Anderen (Hartz IV und Flüchtlinge) zahlt das Amt eh jede Miete, Hauptsache die qm-Zahl stimmt.

  • 11 andrea 25.01.2019, 09:02 Uhr

    Diese Firma müßte verboten werden; wer mit ihr zusammen arbeitet, müßte das Zehnfache dessen, was er damit verdient hat, als Strafe zahlen. Geiz ist nicht geil. Die Leute, die auf diese Weise Ferienunterkünfte buchen, müßten einfach nur Pech haben mit den Unterkünften. Ich habe nichts gegen sparen - aber das geht gar nicht!

  • 10 Bernd 24.01.2019, 19:30 Uhr

    Ja, genau richtig die Reaktion der Stadt Köln

  • 9 Schneeglöckchen 24.01.2019, 19:12 Uhr

    Wie immer: die Wirtschaftler (vulgo: Geldgeilen) müssen GETRETEN werden, ehe sie was Vernünftiges tun. Also: TRETET SIE!!!

  • 8 Tinki 24.01.2019, 16:25 Uhr

    Eine Frage aus Düsseldorf zum Radio-Interview mit Herrn Hilmar von Lojewski: Letztes Jahr hatten wir durchgängig mit wenigen Tagen Ausnahme, Airbnb Touristen im 4-Parteien Haus in einem separaten Apartment. Es war grausam. Lärm, Rücksichtslosigkeit und der Gastgeber ist sich sicher, dass er das darf. Denn diese Untervermietung bringt ihm mindestens das Dreifache an Miete statt regulärer Vermietung ein. Ist dies ein Gewerbe? Ist dies grundsätzlich eine unerlaubte Ferienwohnung? Gibt es für Düsseldorf nun endlich klare Regeln? Würde mich sehr über Antwort freuen.

  • 7 moeschtijall 24.01.2019, 15:05 Uhr

    Die Moral von der Geschicht sagt also.... wer als Eigentümer eine Wohnungen vermietet muss sich vorher vergewissern, daß seine Wohnungen nicht doch als Touristenappartments weitervermietet werden. Möglicherweise reicht aber auch ein entsprechender Hinweis im Mietvertrag, daß die Wohnung vom Mieter nicht zwischevermietet werden darf ?!? Wer weiss sowas?

  • 6 Dirk 24.01.2019, 14:31 Uhr

    Ich halte den Rauswurf für richtig, aber nur aus einem Grund: Vermutlich war eine Untervermietung im Mietvertrag untersagt. Ansonsten betrachte ich das Verhalten der Stadt für grotesk. Als Eigentümer muss es mir gestattet sein, meine Eigentum auch zu nutzen (Der Satz: Eigentum verpflichtet, kann nicht immer herhalten!). Die große Empörung über die Nutzung als Airbnb-Wohnung kann auch anders interpretiert werden: DIE ÖFFENTLICHE HAND UND DIE POLITIK HABEN JAHRELANG VERSÄUMT ETWAS FÜR NEUEN WOHNRAUM ZU TUN! Beispiele (nach meinem Kenntnisstand): Sozialer Wohnungsbau nicht mehr existent, der Wohnungsbau wird immer teurer (technischen Anforderungen), Grunderwerbssteuer von 5% auf 6,5% erhöht, etc. etc. Das gilt sowohl für Private, als auch Unternehmen. Die gezeigte Empörung verschiebt nur den schwarzen Peter, und verdeckt die Versäumnisse seitens der Politik in der Vergangenheit (die Wohnungsnot wird mit Sicherheit nicht durch ein paar Touristen ausgelöst).

    Antworten (1)
    • Martin Rüther 24.01.2019, 18:38 Uhr

      Es ist Unsinn, die Vermietung von Wohnungen über AirBnB mit Versäumnissen im Wohnungsbau zu erklären. AirBnb - Mieter suchen idR Unterkünfte für einige wenige Tagen (Tourismus) und nicht, um dort dauerhaft einzuziehen. Vielmehr wird ungekehrt ein Schuh draus. Wohnungen für Vermietungen über AirBnB fehlen dem Wohnungsmarkt. Übrigens: Wenn ich dauerhaft meine Wohunng kurzfristig an verschiedene Gäste vermiete, bin ich gewerblich tätig (Anmeldung bei der Stadt!) und muss die Einnahmen auch versteuern (ansonsten: Steuerhinterziehung!). Zudem muss die Wohnung für eine solche gewerbliche Nutzung zugelassen sein.

  • 5 Tom 24.01.2019, 14:30 Uhr

    Mehr Angebot als Nachfrage und dann sinken die Mieten von selber. FA soll Neubau attraktiver machen lassen dann sprießen neue Wohnungen wie die Pilze aus dem Boden nach dem Regen.

    Antworten (1)
    • Helmut G. 24.01.2019, 15:50 Uhr

      Wenn das mal so einfach wäre... Zunächst mal benötigt man für den Neubau ein Grundstück. Die sind in vielen Großstädten, wie z.B. Köln, selten und entsprechend teuer. Auch werden vor allem Wohnungen im niedrigeren Mietspektrum benötigt. Deren Bau ist aber weniger ertragreich als der von teuren Mietwohnungen oder Eigentumswohnungen. Also werden die nur gebaut wenn es entweder ausreichende Zuschüsse gibt oder die Städte einen gewissen Anteil an Sozialwohnungen vorschreiben. Der Markt regelt nicht alles.

  • 4 Klaus Keller 24.01.2019, 14:02 Uhr

    Grundsätzlich stimme ich Helga zu, ein Räumung war richtig. Die Touristen haben Anspruch auf Schadensersatz; ob und von wem sie den bekommen oder nicht ist eine andere Geschichte. Meines Wissens werden aber Räumungen durch Gerichtsvollzieher mit einem vollstreckbaren Titel durchgeführt und nicht durch einen Sicherheitsdienst. Ich bin keine Jurist aber da kommen mir zum Verfahren doch erhebliche Zweifel. Wichtiger wären aber grundsätzliche Beschränkungen. Irgendwann wird aus Vermietung oder Untervermietung ein Hotelbetrieb und das kann man regeln, so wie auch das Taxigewerbe eigentlich geregelt ist. Die Unschuld der Share Economy ist auf alle Fälle längst verloren.