Niederrhein: Einbußen in Tourismusbranche durch Corona-Krise

Auf einem Mundschutz steht "Corona", daneben auf einem Zettel "Urlaub fällt aus", im Hintergrund eine Palme

Niederrhein: Einbußen in Tourismusbranche durch Corona-Krise

  • Bis zu 50 Prozent Einbußen bei Hotels und Gaststätten?
  • Lockerung für Gastronomen gefordert
  • Reiseveranstalter hofft auf Wintersaison

Das Corona-Virus wirkt sich immer weiter aus – auch auf die Urlaubspläne der Deutschen. Die meisten Duisburger haben sich mit dem Sommerurlaub in der Heimat allerdings schon abgefunden. "Der Urlaub wird wohl auf dem Balkon stattfinden, hab ich aber kein Problem mit", sagt eine Frau in der Fußgängerzone. "Wenn dann machen wir Urlaub in Deutschland, im Ausland eher nicht", erzählt ein junges Pärchen.

Gastrobranche: "Hygienemaßnahmen sind geübt"

Das Bild zeigt einen Kellner in einem Biergarten.

Eine Einstellung, die den Hotels und Restaurants in der Region gut tun würde. Denn der Hotel- und Gaststättenverband Rheinland sieht 30 bis 50 Prozent aller Betriebe in Duisburg und den Kreisen Wesel und Kleve in ihrer Existenz bedroht. Um ein Sterben in der Branche zu verhindern, müsse die Politik schnell die Corona-Beschränkungen für die Gastronomen lockern, fordert der Verband.

Mittlerweile dürften große Möbelhäuser öffnen, die Gastrobranche fordere gleiche Chancen – zumal die Betriebe bei der Umsetzung von Hygienemaßnahmen geübt sei. In den vergangenen Wochen hatten viele Restaurants versucht, die Verluste durch Lieferdienste oder Außerhaus-Verkauf auszugleichen. Laut Hotel- und Gaststättenverband kann das die meisten Betrieb auf Dauer aber nicht retten.

Corona und der NRW-Tourismus

WDR 5 Westblick - aktuell 21.04.2020 06:09 Min. Verfügbar bis 21.04.2021 WDR 5 Von Tobias al Shomer

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Auch der Duisburger Reiseveranstalter Schauinsland rechnet mit Einbußen. Aktuell musste er 130.000 Kunden auszahlen, die ihren Osterurlaub gar nicht erst antreten konnten: Kosten von rund 70 Millionen Euro.

Die Sehnsucht nach dem Urlaub in der Sonne ist weiterhin groß, doch die Angst vor Corona schwingt mit. Genau das weiß Andreas Rüttgers, Reisechef von Schauinsland. Er rechnet damit, dass das Virus den Pauschalurlaub erst einmal verändern wird: "Ich glaube, es wird die ganze Welt verändern, da kann sich die Reisebranche nicht rausnehmen. Gerade in den Hotels werden bestimmte Dinge in Zukunft hinterfragt, wie zum Beispiel offene Buffets oder das Tragen von Masken in Flugzeugen."

Hoffnung auf eine gute Wintersaison

Schauinsland öffnet erst am Montag (27.04.2020) wieder seine Reisebüros. Auch dann rechnet das Unternehmen mit einem spärlichen Kundenverkehr. Denn viele setzen zur Zeit eher auf Telefon oder Internet. Die Mitarbeiter hoffen, dass sich das bald wieder ändert. "Die Beratung ist natürlich persönlicher, man kann mehr zeigen und besser beraten, da freuen wir uns drauf", sagt Reisekauffrau Johanna Dohm.

Die große Reiselust der Deutschen: Darauf zählt und hofft das Unternehmen. Der neue Reisekatalog soll im Mai die Kunden anlocken. Trotzdem haben die letzten Wochen deutliche Spuren hinterlassen. "Um die 50.000 Gäste zurückzuholen, die wir aufgrund von Corona nach Hause geholt haben, war nicht nur ein großer wirtschaftlicher Aufwand in Millionenhöhe, sondern auch der Einsatz der Mitarbeiter, die an ihre Grenzen gegangen sind", sagt Rüttgers. Jetzt hofft der Reiseveranstalter auf eine gute Wintersaison – denn das Sommergeschäft hat das Unternehmen bereits abgehakt.

Stand: 22.04.2020, 17:34