Mahnwache vor Düsseldorfer Krankenhaus für toten Jungen

Eine Frau, Mutter des verstorbenen Muhammad, zündet vor einem Schild eine Kerze an

Mahnwache vor Düsseldorfer Krankenhaus für toten Jungen

  • Familie erinnert an ungeklärten Tod des siebenjährigen Muhammad
  • Mutter wirft Düsseldorfer Ärzten Behandlungsfehler vor
  • Ermittlungen laufen seit einem Jahr

Nach dem ungeklärten Tod des siebenjährigen Muhammad vor einem Jahr hat seine Familie am Samstag (22.12.2018) mit einer Mahnwache an ihren Sohn erinnert. Rund 20 Menschen versammelten sich am Nachmittag vor dem Evangelischen Krankenhaus in Düsseldorf. Muhammads Mutter fordert eine weitere Aufklärung der Umstände,  die zum Tod ihres Sohnes geführt haben.  

Mutter macht Ärzte für Tod des Sohnes verantwortlich

Dem kleinen Jungen ging es ein paar Tage vor Weihnachten 2017 schlecht, er klagte nach Aussage der Mutter über Schmerzen in der Brust und hatte hohes Fieber. Die Mutter war daraufhin erst beim Kinderarzt, dann in der Notfallpraxis in Düsseldorf.

Siebenjähriger Junge

Der siebenjährige Mohammad Elias

Sie gab an, dass sie beide Male mit Schmerzmitteln weggeschickt wurde. Kurz darauf musste Muhammad im Evangelischen Krankenhaus notoperiert werden. Danach wurde er als akuter Notfall in die Uniklinik Düsseldorf eingeliefert, wo er am zweiten Weihnachtstag dann starb.

Seine Mutter klagt, dass sie sich von den verschiedenen zuständigen Ärzten nicht ernst genommen und abgewimmelt gefühlt habe. Sie macht die Ärzte für den Tod ihres Sohnes verantwortlich.

Untersuchungen zu möglichen Behandlungsfehlern laufen noch

Laut Staatsanwaltschaft Düsseldorf dauern die Ermittlungen zum Tod des kleinen Muhammad immer noch an. Es gibt noch keinen finalen Bericht mit allen Ergebnissen. Es werde noch auf ein toxikologisches und ein fachmedizinisches Gutachten gewartet.

Anfang Januar 2018 wurde Muhammads Körper exhumiert und obduziert, um herauszufinden, woran genau er gestorben ist und ob wirklich Behandlungsfehler vorlagen.

Debatte um Notfallversorgung in Düsseldorf

Der ungeklärte Tod des Jungen hatte Anfang 2018 zu einer Debatte um die Notfallversorgung in Düsseldorf geführt. Die Stadt Düsseldorf hatte sich im Rahmen einer Sitzung des Gesundheitsausschusses mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) darauf verständigt, Vorschläge für ein besseres Konzept ausarbeiten zu lassen.

Nach Angaben der Stadt hatte die KV zugesichert, dass sie der Stadt im Laufe des Jahres 2019 entsprechende Ideen für eine bessere Notfallversorgung vorstellen werde.

Ein Beispiel dafür könnten so genannte "Empfangspraxen" sein, bei denen die Patienten erst einmal aufgenommen und ihre Beschwerden entsprechend weiter vermittelt werden.

Stand: 22.12.2018, 16:38

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