Polizei muss Bewerber mit Totenkopf-Tattoo annehmen

Das Verwaltungsgericht in Düsseldorf aus der Luft aufgenommen.

Polizei muss Bewerber mit Totenkopf-Tattoo annehmen

Die Polizei hatte einen Bewerber abgelehnt, weil er auf seinem Unterarm einen Totenkopf samt Skelett tätowiert hat. Nun hat das Verwaltungsgericht Düsseldorf geurteilt.

Die Einstellungsbehörde hatte den Anwärter mit der Begründung zurückgewiesen, der Totenkopf samt Skelett auf dem Unterarm wirke gewaltverherrlichend und lasse so Zweifel an der charakterlichen Eignung aufkommen.

Gericht kontert der Einstellungsbehörde

Die Behörde argumentiert weiter: Die Zähne des Totenkopfs seien überdimensional groß und furchteinflößend, das Skelett mit seinen eingearbeiteten Rissen zeige Spuren von Gewalt.

Das Gericht entgegnet am Dienstag den Ausführungen der Behörde. Der Mann trage ebenfalls einen Engel, eine Friedenstaube und ein Auge als Tätowierungen. Laut des Anwärters stehe der Engel unter anderem für Schutz und Geborgenheit, die Friedenstaube für Hoffnung und Liebe, das Auge für Wissen und Erkenntnis. Eine Sanduhr, die an dem Skelett des Totenkopfes hängt, spiegele die Vergänglichkeit des Lebens wider.

Urteil kann noch angefochten werden

Für einen gewaltverherrlichenden Charakter des Bewerbers gebe es "keine greifbaren Anhaltspunkte", urteilte das Gericht. Das Urteil kann noch beim Oberverwaltungsgericht in Münster angefochten werden.

Stand: 14.09.2021, 15:23

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