Wuppertaler Osmanen-Rocker wurde von SEK-Beamten erschossen

Wuppertaler Osmanen-Rocker wurde von SEK-Beamten erschossen

  • Staatsanwaltschaft bestätigt: Tödlicher Schuss kam aus SEK-Waffe
  • Getöteter war zeitweise Präsident des Wuppertaler Chapters
  • Ermittlungen zu "szenetypischen" Straftaten

Knapp eine Woche nach den tödlichen Schüssen bei einem Polizei-Einsatz in Wuppertal gab die Wuppertaler Staatsanwaltschaft am Donnerstag (15.02.2018) weitere Einzelheiten bekannt. Sie bestätigte, dass ein SEK-Beamter die tödlichen Schüsse auf den Mann abgegeben hatte, als dieser festgenommen werden sollte. Gegen den Beamten wurden Vorermittlungen eingeleitet.

Präsident des Wuppertaler Chapters

Der Getötete, ein 43-jährige Türke, war als Präsident des Wuppertaler Ablegers der "Osmanen Germania" in Erscheinung getreten. Das belegen auch zahlreiche Bilder und Videos in sozialen Netzwerken. In welcher Funktion er zuletzt war, ist nicht bekannt.

Sarg wird von Menschenmenge hochgehalten

In der Wuppertaler Ditip-Merkez-Moschee fand am Donnerstag (15.02.2018) eine Trauerfeier für den Toten statt. Mehr als 100 Muslime erwiesen dem Osmanen-Rocker die letzte Ehre.

Die "Osmanen Germania" haben in NRW insgesamt 14 sogenannte Chapter mit rund 170 Mitgliedern. Sie stehen nach Einschätzung des nordrhein-westfälischen Innenministeriums in Verbindung zur türkischen Regierungspartei AKP und der nationalistischen türkischen Gruppe "Graue Wölfe".

Ermittlungen zu szenetypischen Straftaten

Tatort Innenhof

Polizisten im Innenhof

Bei dem Zugriff am vorigen Freitag (09.02.2018) war auch ein Spezial-Einsatzkommando der Polizei beteiligt. Laut Staatsanwaltschaft sollte es einen Haftbefehl gegen den Mann wegen "szenetypischer Straftaten" vollstrecken. Nähere Details nannte die Staatsanwaltschaft bisher noch nicht. Die Polizei war in NRW bereits wegen des Verdachts der Geldwäsche, Drogen- und Waffendelikten gegen die Gruppe vorgegangen.

Im vergangenen Sommer war es auf einem Platz in der Nähe des Tatorts zu einer Auseinandersetzung verfeindeter Rockergruppen gekommen. Laut Polizei waren damals 20 Mitglieder der "Osmanen Germania" und 13 Rivalen beteiligt, die keinem konkreten Club zugeordnet werden konnten. Die Rocker kamen damals aus Wuppertal, Remscheid, Köln und Duisburg.

Stand: 15.02.2018, 15:26