Simply the Best - Kölner Gericht sieht Verwechslungsgefahr mit Tina Turner

Tina Turner, fotografiert von Norman Seeff

Simply the Best - Kölner Gericht sieht Verwechslungsgefahr mit Tina Turner

  • Tina Turner verklagt Show-Veranstalter
  • Zuschauer könnten denken, es handelt sich um die echte Tina Turner
  • Kölner Landgericht bestätigt Verwechslungsgefahr

Das Kölner Landgericht hat am Mittwoch (30.10.2019) eine Klage der Sängerin Tina Turner verhandelt. Es geht um eine Show, in der ihre Songs präsentiert werden. Darin tritt eine Doppelgängerin auf, die dem Star sehr ähnlich sieht. Die Werbung dafür verletze die Persönlichkeitsrechte von Tina Turner und dürfe so nicht verwendet werden, so der Vorwurf.

Zu große Ähnlichkeit

Auf dem Plakat ist eine verblüffend ähnlich aussehende Sängerin zu sehen. Außerdem heißt die Show: "Simply the Best - The Tina Turner Story". Die Anwälte Turners sagen, dass die Zuschauer denken könnten, die echte Tina trete auf. Unter anderem deshalb sei diese Form der Werbung unzulässig. Turner hatte bereits vor vielen Jahren verkündet, nicht mehr auf die Bühne zu gehen. Die Konzertagentur aus Passau hat fast 60 Auftritte der Doppelgängerin geplant. Veranstaltungen dieser Art sind auch ohne Genehmigung der eigentlichen Künstler und Komponisten erlaubt, wenn die Songs nicht verändert werden. 

Teilerfolg für Tina Turner

Das Double von Tina Turner und der Show-Veranstalter

Das Double von Tina Turner und der Show-Veranstalter am Kölner Landgericht

Das Landgericht Köln hat Tina Turner dahingehend Recht gegeben, dass man denken könnte, sie trete selbst in der Show auf. Zwar traf es am Mittwoch noch keine Entscheidung. Der Vorsitzende Richter Dirk Eßer da Silva sagte jedoch, die Klage von Tina Turner habe Aussicht auf Erfolg.

Empfehlung des Gerichts

Der Richter hat dem dem Tourveranstalter Cofo Entertainment aus Passau empfohlen, einen unmissverständlichen Hinweis auf dem Plakat hinzuzufügen, dass die echte Tina Turner nicht zu sehen sei. Im Gegenzug soll die Sängerin dann auf weitere Forderungen verzichten. Beide Seiten bekamen nun vom Gericht vier Wochen Zeit, um in diesem Sinne eine gültige Einigung zu erzielen. Andernfalls verkündet das Gericht am 22. Januar 2020 eine Entscheidung.

Stand: 30.10.2019, 14:48