Keine Antworten bei Treffen am Kraftwerk Tihange

Blick auf das Belgische Kraftwerk Tihange vom Fluss aus.

Keine Antworten bei Treffen am Kraftwerk Tihange

  • Initiative "Stop Tihange" traf sich mit AKW-Betreibern.
  • Betreiber verlangen Verschwiegenheitserklärung von Experten.
  • Tihange 2 und Doel 3 umstritten.

Vertreter der Initiative "Stop Tihange" sind nach dem Treffen mit dem Tihange-Betreiber am Sonntag (08.10.2017) enttäuscht vom Ergebnis des Gesprächs: Die geheimen Unterlagen will der Betreiber nicht aus der Hand geben. "Nur bei der Hälfte der Fragen zum Thema Technik will man Einsicht in die Unterlagen gewähren", sagte Aktivist Walter Schumacher.

Die Antworten darauf dürften anschließend auch nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Vielmehr sollten sich die Experten per Unterschrift zur Verschwiegenheit verpflichten. "Das ist an Arroganz nicht zu überbieten", so Schumacher.

Treffen nach Menschenkette vereinbart

Das Treffen auf dem Gelände des AKW Tihange, an dem Atomkraftgegner aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden teilnahmen, war auf Einladung der Betreiber Engie-Electrabel zustande gekommen, nachdem die AKW-Gegner im Juni 2017 mit einer Menschenkette gegen Tihange und Doel demonstriert hatten. Die Betreiber sagten damals mehr Transparenz zu.

Ausweichende Antworten

Daran hapert es nach Ansicht von "Stop Tihange"-Mitglied Schumacher immer noch: Er war mit anderen Aktivisten aus der Grenzregion und einem ganzen Fragenkatalog angereist - etwa zur Versicherung für den Fall eines Unfalls oder zur Kraftwerkssicherheit rund um die beiden Rissereaktoren Tihange 2 und Doel 3.

Auch die Antwort auf die Frage, wann die beiden Reaktoren endgültig abgeschaltet würden, fiel enttäuschend aus: Die Laufzeit sei bis 2022 beziehungsweise 2023 gesetzlich erlaubt. Wenn die Laufzeit noch einmal verlängert würde, würde sich Electrabel dem nicht entgegenstellen, vermuten die AKW-Gegner.

Der Protest geht weiter

Schumacher hatte nicht damit gerechnet, sofort Antworten zu bekommen. Die Reaktion der Betreiber hat ihn aber enttäuscht: "Sie eierten herum oder sagten, sie hätten die Frage nicht verstanden." Das Bündnis der Atomkraftgegner will 2018 wieder eine spektakuläre Aktion starten, um gegen die AKW zu protestieren.

Stand: 08.10.2017, 16:05