Der Kampf gegen Tihange geht weiter - Neue Protestsäulen in Aachen

Säulen gegen Tihange auf Aachener Katschhof

Der Kampf gegen Tihange geht weiter - Neue Protestsäulen in Aachen

  • Vier Milionen Menschen an Protestaktion bislang beteiligt
  • Reaktor in Belgien seit Jahren nicht mehr sicher
  • Protestsäulen seit 2016 in vielen Städten der Region

Zehn Säulen mit der Aufschrift "Tihange AUS" stehen seit Donnerstag (4.4.2019) auf dem Katschhof in Aachen. Mehr als vier Millionen Menschen haben sich bislang an der Protestaktion der beiden Künstler Lars Harmens und Rolf Jägersberg beteiligt.

Das Ensemble auf dem Aachener Katschhof ist schon am ersten Tag ein Publikumsmagnet. Ihre zehn interaktiven Säulen gegen den Betrieb des belgischen Atomkraftwerkes Tihange 2, die normalerweise an zehn Standorten in der gesamten Region stehen, haben die Künstler Lars Harmens und Rolf Jägersberg nun zwischen Dom und Rathaus platziert, ein imposantes Bild.

Über vier Millionen Bürgerinnen und Bürger haben seit Oktober 2016, seit der Errichtung der ersten Säule, die markanten Ausschalthebel der zehn Säulen gedrückt und damit symbolisch ihre Haltung zum Ausdruck gebracht. 

Ein vielbeachtetes Projekt

"Das vielbeachtete Projekt, das wir alle mit großem Nachdruck unterstützen, bekommt durch diese Aktion eine neue Aufmerksamkeit", sagte Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp bei der Eröffnung der Installation am Donnerstag Mittag. Er habe gerne der Bitte der Künstler zugestimmt, alle zehn Säulen nach Aachen zu holen, um sie dort für den Aktionszeitraum bis Montag, 15. April, gemeinsam auf- und auszustellen, sagte Philipp.

Reaktoren nicht sicher 

"Der Reaktor des Atomkraftwerkes Tihange 2 in Belgien ist seit Jahren nicht sicher", so erklärten die Künstler vor Ort. Er wurde wegen tausender Risse im März 2014 vorübergehend stillgelegt und ging dann doch plötzlich wieder ans Netz. "Er stellt ein hohes Sicherheitsrisiko dar und die Informationen der belgischen Aufsichtsbehörde sind zudem unbefriedigend."

 In Aachen wandert die Säule von Bezirk zu Bezirk

Ihre Haltung haben die Künstler, die mit ihren sozialen Skulpturen immer wieder für Aufsehen sorgen, in den Protestsäulen zum Ausdruck gebracht und darin bereits 2016 die Unterstützung des Aachener Oberbürgermeisters erfahren. Seine Idee, die Aachener Säule von Stadtbezirk zu Stadtbezirk, von Großveranstaltung zu Großveranstaltung wandern zu lassen, hat große Resonanz erfahren.

Kampf gegen Pannenreaktor 

Philipp: „Diese Skulpturen haben eine klare Botschaft und symbolisieren unseren resoluten Kampf gegen den hochgefährlichen Pannenreaktor Tihange 2, der abgeschaltet werden muss.“ Der Protest sei von Aachen aus gestartet und habe inzwischen eine großartige überregionale Kraft und Wirkung erzielt. Noch einmal die Kräfte in Aachen zu bündeln, hält der Oberbürgermeister für eine gute Idee, und sein Appell steht: „Wir dürfen nicht nachlassen, jede Aktion, jede Stimme zählt.“


Unterstützt von Verwaltung, Politik und Sponsoren

An den Säulen wird jedes "Ausschalten" über ein Zählwerk registriert und ist an der Objekt-Säule ablesbar. Die Säulen stehen und standen bislang in Simmerath, Imgenbroich, Aachen, Roetgen, Herzogenrath, Monschau, Geilenkirchen, Heerlen, Eupen, Mönchengladbach und schon bald auch in Köln.

Besonderer Clou der Ausstellung auf dem Katschhof: Die Säulen sind nun mit QR-Codes ausgestattet. Einmal kurz über das Handy eingescannt ist der Protest gegen Tihange in 22 Sprachen nachzulesen – unter anderem in Öcher Platt.

 

Stand: 04.04.2019, 14:17