Wieder Sorge um Stahl-Jobs bei Thyssenkrupp

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Wieder Sorge um Stahl-Jobs bei Thyssenkrupp

Von Jörg Marksteiner

  • 3.500 Stahlwerker heute bei Betriebsversammlungen
  • Vorstand will Pläne Ende November vorstellen
  • Sorgen im Grobblechwerk Hüttenheim

Auf die insgesamt 27.000 Mitarbeiter der Thyssenkrupp-Stahlsparte kommen womöglich erneut Auseinandersetzungen zu. "Es droht ein heißer Winter", sagte heute Betriebsratschef Tekin Nasikkol. Ende des Jahres läuft die Job- und Standortgarantie für die Belegschaft aus. Noch gibt es keine Anschlussregelung.

Guido Kerkhoff, Chef Thyssenkrupp

Guido Kerkhoff, Chef Thyssenkrupp

Ende November will das Unternehmen seine Pläne vorstellen, wie es nach der geplatzten Fusion mit Tata weiter gehen soll. Als wahrscheinlich gelten neue Einsparungen und der weitere Abbau von Arbeitsplätzen. Das Grobblechwerk in Duisburg-Hüttenheim hatte Konzernchef Guido Kerkhoff bereits ausdrücklich erwähnt. Entsprechend groß ist die Sorge bei den 1.200 Mitarbeitern dort.

Ende des Jahres endet die Jobgarantie

"Es gibt keine Panikstimmung. Aber wir beobachten, dass die Sorge in der Mannschaft jeden Tag wächst", sagte Betriebsratschef Nasikkol. Zu Betriebsversammlungen sind am Donnerstag (12.09.2019) 3.500 Stahlwerker in die Mercatorhalle in Duisburg gekommen. Dort zogen die Arbeitnehmervertreter rote Linien für die Verhandlungen mit dem Vorstand: "Es wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Die gab es nie im Stahl und wird es nicht geben."

Geld soll im Unternehmen bleiben

Zwar rechnet auch der Betriebsrat mit dem Abbau von Stellen. "Ich glaube aber nicht, dass es die angekündigten 2.000 sein werden." Ein einfaches Weiter-So mit immer neuen Sparprogrammen wie in der Vergangenheit dürfe es nicht geben. Einem erneuten Stellenabbau werde man nur zustimmen, wenn gleichzeitig auch neu in die Werke und Anlagen investiert wird. "Das ist eine Frage des Geldes."

Aufzug von Thyssenkrupp

Bei Thyssenkrupp erfolgreich: die Aufzugssparte

Deshalb warnen die Betriebsräte auch: Wenn wie geplant die lukrative Aufzugssparte verkauft oder an die Börse gebracht wird, dann müssten diese Milliarden-Einnahmen im Unternehmen bleiben. Nasikkol: "Wenn irgendein Finanzinvestor auf die dumme Idee kommt, dieses Geld als Sonderausschüttung rauszuziehen, werden wir das nicht zulassen. Das ist eine rote Linie."

Pläne noch unklar

Für das kriselnde Grobblechwerk in Duisburg-Hüttenheim werden offenbar derzeit drei Optionen diskutiert: Neue Investitionen, ein Verkauf oder eine komplette Schließung. "Gerade das kostet aber richtig Geld", heißt es vom Betriebsrat. Er sei sich nicht sicher, ob das allen Managern bewusst sei. Er fordert, die anderen Optionen gleichwertig zu prüfen.

Stand: 12.09.2019, 17:43